Hana Laszlo 24. Apr 2026

Absage

Die Fackelzeremonie zum israelischen Unabhängigkeitstag wurde dieses Jahr von Kontroversen überschattet und endete ohne eine der ursprünglich vorgesehenen Geehrten. Die preisgekrönte Schauspielerin Hana Laszlo zog sich kurzfristig von ihrer Teilnahme zurück, nachdem Kritik an einer von ihr unterzeichneten Petition laut geworden war. Laszlo, die 2005 in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde, hätte am Dienstagabend eine der symbolträchtigen Fackeln entzünden sollen. Doch nach öffentlicher Kritik erklärte sie am Vortag ihren Rückzug. Hintergrund ist eine Petition vom August 2025, die ein Ende des Gaza-Kriegs forderte. Kritiker interpretierten den Text als impliziten Vorwurf von Kriegsverbrechen gegen israelische Soldaten. Die Schauspielerin widersprach dieser Darstellung entschieden. In einem Statement betonte sie ihre tiefe Verbundenheit mit Israel und der Armee. Sie sei ihr Leben lang für Soldaten aufgetreten und selbst im Militärdienst gewesen. Ihre Worte hätten sich nie gegen jene gerichtet, die das Land verteidigten. Das Organisationskomitee respektierte ihre Entscheidung. Laszlos Rückzug ist kein Einzelfall: Auch die Auswahl weiterer Fackelträger sorgte im Vorfeld für Kritik. So wurde etwa die Entscheidung, den argentinischen Präsidenten Javier Milei einzuladen, ebenso kontrovers diskutiert wie die Nominierung eines Rabbiners, der öffentlich mit der Zerstörung von Gebäuden im Gazastreifen in Verbindung gebracht wurde. Auch die Beteiligung des Geiselbeauftragten Gal Hirsch stiess auf Widerstand, nachdem Angehörige von Entführten zuvor seinen Rücktritt gefordert hatten.

Emily Langloh