Aargau 01. Apr 2026

Spionage nimmt zu

Die Bedrohung durch Spionage in der Schweiz nimmt deutlich zu. Besonders im Kanton Aargau wurden in den vergangenen zwei Jahren mindestens zwölf Vorfälle registriert, wie Behörden berichten. In den meisten Fällen stehen mutmasslich ausländische Nachrichtendienste dahinter, vor allem aus Russland und China. Im Fokus stehen dabei kritische Infrastrukturen. Der Aargau gilt als besonders sensibel, da sich dort mehrere Kernkraftwerke, das grösste Treibstofflager der Schweiz sowie zentrale Stromverbindungen Europas befinden. Solche Einrichtungen sind für ausländische Dienste strategisch interessant, nicht nur zur Informationsbeschaffung, sondern auch im Hinblick auf mögliche Sabotage. Die Bedrohung beschränkt sich jedoch nicht auf klassische Spionage. Auch neue Formen gewinnen an Bedeutung. So hat sich die Zahl gemeldeter Drohnenflüge über sensiblen Standorten deutlich erhöht. Gleichzeitig registrierten Behörden in den vergangenen Monaten über 260 Cyberangriffe auf kritische Einrichtungen wie Behörden, Spitäler oder Transportunternehmen. Der Nachrichtendienst des Bundes spricht von einer «beispiellosen Häufung» solcher Aktivitäten und ordnet sie in den Kontext eines hybriden Krieges ein. Die Schweiz sei aufgrund ihrer Lage, ihrer Infrastruktur und ihrer internationalen Vernetzung besonders anfällig. Die Entwicklungen zeigen: Spionage ist längst keine Randerscheinung mehr, sondern eine wachsende sicherheitspolitische Herausforderung.

Emily Langloh