Washington 20. Mai 2026

«Krebsgeschwür» der jüdischen Gemeinschaft

Israels Botschafter in den USA, Yechiel Leiter.  

Israels Botschafter wetter gegen J Street.  

Israels Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, hat die liberal-zionistische Lobbyorganisation J Street scharf angegriffen und sie als „Krebsgeschwür innerhalb der jüdischen Gemeinschaft“ bezeichnet. Die Äusserungen sorgen in den USA und in jüdischen Kreisen für heftige Reaktionen.
Bei einer Veranstaltung der National Task Force to Combat Antisemitism im Museum of the Bible in Washington warf Leiter J Street „Doppelzüngigkeit“ vor. Hintergrund ist die jüngste Forderung der Organisation, die direkte amerikanische Militärhilfe für Israel schrittweise zu begrenzen. Leiter kritisierte insbesondere, dass sich J Street als „pro-israelisch“ bezeichne, zugleich aber Einschränkungen bei Waffenlieferungen an Israel unterstütze. Israel befinde sich in einem „Sieben-Fronten-Krieg gegen iranische Stellvertreter“, sagte der Botschafter. 
Zugleich griff Leiter den unabhängigen Senator Bernie Sanders an und erklärte laut mehreren Berichten, dieser sei „kein Jude, sondern Kommunist“. Auch diese Aussage löste Kritik aus. 
J Street reagierte empört. Präsident Jeremy Ben-Ami erklärte, ein israelischer Botschafter sollte mit unterschiedlichen jüdischen Stimmen „ernsthaft diskutieren, statt Namen zu verteilen“. Die Organisation bezeichnet sich selbst als „pro-israelisch, pro-friedlich und pro-demokratisch“ und vertritt seit Jahren eine kritischere Haltung gegenüber der israelischen Regierungspolitik als traditionelle Lobbygruppen wie AIPAC. 
Die Auseinandersetzung verdeutlicht die zunehmenden Spannungen innerhalb der amerikanisch-jüdischen Gemeinschaft seit dem 7. Oktober und dem Gaza-Krieg. Während konservative und regierungsnahe Stimmen in Israel schärfere Loyalität einfordern, pochen liberale jüdische Organisationen in den USA stärker auf Kritik an der israelischen Regierung und auf diplomatische Lösungen. 

Redaktion