Das 60. Montreux Jazz Festival steht nicht nur im Zeichen der Musik, sondern erneut auch politischer Botschaften zum Nahostkonflikt. Besonders sichtbar wurde dies beim Auftritt der Freiburger Musikerin Fauste. Die Sängerin dekorierte ihre Bühne in den Farben der palästinensischen Flagge, an ihrem Synthesizer hing eine Palästina-Flagge. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie bei einem Festival öffentlich ein «freies Palästina» gefordert. Fauste ist kein Einzelfall. Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 nutzen immer mehr Musiker internationale Festivals als Plattform für propalästinensische Botschaften. Flaggen, politische Statements und Boykottaufrufe gehören inzwischen bei zahlreichen europäischen Musikveranstaltungen zum Bild. Künstler haben Auftritte abgesagt oder Festivals wegen angeblicher Verbindungen zu Israel oder Israel nahestehenden Unternehmen boykottiert. Kritiker sehen darin eine problematische Entwicklung. Sie bemängeln, dass der Nahostkonflikt zunehmend einseitig dargestellt werde und die Terrorangriffe der Hamas oder das Schicksal der israelischen Geiseln kaum Erwähnung fänden. Für jüdische Festivalbesucher könne die allgegenwärtige Symbolik zudem ein Gefühl der Ausgrenzung erzeugen. Das Montreux Jazz Festival selbst positioniert sich politisch nicht und bewirbt seine 60. Ausgabe als Fest der musikalischen Vielfalt. Dennoch zeigt sich auch in Montreux, wie stark der Nahostkonflikt inzwischen die europäische Kulturszene erreicht hat.
Montreux
10. Jul 2026
Politische Botschaften
Emily Langloh