Der Schweizer Finanzplatz profitiert laut dem neuen «Global Wealth Report» der Boston Consulting Group (BCG) zunehmend von den Konflikten im Nahen Osten. Vermögende Personen aus der Region würden seit Ausbruch des Kriegs vermehrt Geld in die Schweiz verschieben und hier neue Bankkonten eröffnen. Besonders Zürich, Genf und Lugano gelten weiterhin als sichere Häfen in geopolitisch unsicheren Zeiten. Laut BCG betreut die Schweiz proportional mehr Vermögen aus dem Nahen Osten als andere internationale Finanzplätze. Insgesamt verwalten Schweizer Banken ausländische Vermögen im Wert von rund 2946 Milliarden US-Dollar. Damit liegt die Schweiz knapp hinter Hongkong, das neu als grösster Offshore-Finanzplatz der Welt gilt. Gleichzeitig sorgten Hoffnungen auf eine mögliche Entspannung im Iran-Konflikt am Dienstag für Auftrieb an den Börsen. Der Schweizer Leitindex SMI legte am Morgen um knapp ein Prozent zu und setzte damit seine jüngste Gewinnserie fort. Marktbeobachter verwiesen jedoch auch auf anhaltende Unsicherheit, da neue militärische Zwischenfälle im Nahen Osten weiterhin Risiken für die Weltwirtschaft darstellen. Besonders gefragt waren zum Handelsstart Aktien von Holcim, während auch defensive Titel wie Swisscom zulegten. Gleichzeitig fiel der Ölpreis leicht zurück. Die Studie zeigt zudem, dass Schweizer Banken auch indirekt vom Wachstum Hongkongs profitieren. Institute wie UBS, Julius Bär oder Pictet gehören dort zu den wichtigsten Akteuren im Vermögensverwaltungsgeschäft.
zürich
29. Mai 2026
Konflikt stärkt Finanzplatz
Emily Langloh