zürich 14. Aug 2026

Erneute Kopftuchdebatte

Die Diskussion um Kopftücher an Schweizer Schulen flammt erneut auf. Im Kanton Zürich fordert die SVP ein Verbot für muslimische Lehrerinnen und Schülerinnen an öffentlichen Schulen und Kindergärten. Der Regierungsrat unterstützt den Vorstoss, im Kantonsrat zeichnet sich jedoch ein äusserst knapper Entscheid ab. Während eine Mehrheit der Parteien Kopftücher bei Lehrerinnen zumindest kritisch sieht, gehen die Meinungen bei Schülerinnen deutlich auseinander. Die Mitte etwa hält religiöse Symbole bei Lehrpersonen aufgrund der konfessionellen Neutralität der Schule für problematisch, lehnt ein Verbot für Schülerinnen aber ab. Auch Grüne, AL und SP stellen sich gegen den SVP-Vorstoss. Sie verweisen unter anderem auf die Religionsfreiheit und werfen der Partei vor, einen «Kulturkampf» gegen Muslime zu führen. FDP, EVP und GLP sind teilweise gespalten. Die Debatte wird in der Schweiz seit Jahren immer wieder geführt. Bern und Schwyz kennen bereits Einschränkungen für Lehrerinnen, der St. Galler Kantonsrat beschloss zuletzt ebenfalls ein Kopftuchverbot für Lehrpersonen. Genf verfügt über besonders weitreichende Regeln zu religiösen Symbolen im öffentlichen Dienst. Sollte der Zürcher Vorstoss scheitern, erwägt die SVP eine kantonale Volksinitiative. Auch auf Bundesebene sind entsprechende Vorstösse hängig, während das Egerkinger Komitee eine nationale Initiative prüft.

Emily Langloh