Israel 30. Sep 2026

Ben-Gvir lehnt Antrag auf Freigang von Yigal Amir ab

Yigal Amir während seines Prozesses im Jahr 1996.

Proteste der Gattin des Mörders von Premier Yitzhak Rabin.  

Wie von israelischen Medien vermeldet, hat Itamar Ben Gvir in seiner Rolle als Minister für nationale Sicherheit nun einen Antrag von Yigal Amir auf einmaligen Urlaub aus dessen lebenslanger Haft vom 9. September abgelehnt. Dies provoziert scharfe Kritik von Larissa Amir Trimbobler, der Gattin des Mörders von Premierminister Yitzhak Rabin im Jahr 1995. Amir hatte den Antrag mit dem Gesundheitszustand seines 85-jährigen Vaters begründet.

Laut Trimbobler hatte Amir den Antrag auf Freigang gestellt, nachdem sich der Zustand seines Vaters verschlechtert hatte. Über drei Wochen hätte ihn die von Ben-Gvir geführte Behörde aufgefordert, dafür diverse Formulare auszufüllen, ein gewünschtes Datum zu nennen und Bürgen für den Urlaub zu benennen. Dies habe Hoffnung auf eine Genehmigung geweckt. Amir Trimbobler habe sich gefragt, ob Appelle an Ben Gvir die Entscheidung beeinflussen könnten. Aus ihrer Sicht handelte es sich um ein humanitäres Anliegen, und sie kritisierte den Minister. Dieser habe die volle Befugnis, einen solchen Sonderurlaub zu genehmigen. Dabei handele es sich um ein «eindeutig humanitäres Anliegen».

Schliesslich teilte die Behörde Amirs Gattin mit, der Sonderurlaub sei abgelehnt worden: «Grund hierfür ist seine Gefährlichkeit sowie die Haltung von Geheimdienst- und Sicherheitsvertretern, die sich gegen die Gewährung des beantragten Urlaubs aussprechen. Zudem ergab die Prüfung der medizinischen Unterlagen zum Vater des Gefangenen keine Rechtfertigung für eine Genehmigung des Urlaubsantrags aus medizinischen Gründen unter Berücksichtigung der in der entsprechenden Richtlinie festgelegten Umstände.»

Doch Trimbobler will das nicht hinnehmen. Amir sei keineswegs gefährlich: «Der Staat Israel gerät zweifellos in Gefahr, wenn ein 56-jähriger Häftling, der bereits 31 Jahre hinter Gittern verbracht hat, einen Tag oder einen halben Tag mit seinem schwerkranken, 85-jährigen Vater verbringt.» Dieser kämpfe gegen eine Krebserkrankung, die bereits auf die Wirbelsäule und die Knochen metastasiert sei; zudem hab er sich mehreren Herzoperationen unterzogen und leide an Diabetes» (Link).

Brisant ist die Episode zudem durch Recherchen, wonach Ben-Gvir und Amir einander vor dem Attentat auf Rabin anscheinend zumindest flüchtig gekannt haben. Amir soll behauptet haben, Ben-Gvir selbst habe Rabin damals ermorden wollen (Link). Ben-Gvir hatte zuvor das Markenzeichen von Rabin Auto abgerissen und einem TV-Team erklärt: «So wie wir dieses Emblem kriegen können, so können wir auch an Rabin heran kommen» (Link).
 

Andreas Mink