zürich 18. Sep 2026

Decoder für Hasscodes

Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) hat einen «Hate Speech Decoder» lanciert. Das frei zugängliche Online-Nachschlagewerk soll helfen, codierte extremistische, gewaltverherrlichende und diskriminierende Botschaften zu erkennen. Aktuell umfasst es 170 Einträge in sechs Kategorien: Emojis, Zahlencodes, Sprüche und Parolen, Datumsangaben, Symbole sowie Flaggen und Logos extremistischer Gruppierungen. Bei jedem Eintrag wird auch angegeben, welcher Ideologie der jeweilige Code zugeordnet wird. Hinter scheinbar harmlosen Zeichen können sich je nach Kontext andere Bedeutungen verbergen. So steht die Zahl «14» in rechtsextremen Kreisen für eine rassistische Parole aus 14 Wörtern. Codierungen werden laut GRA unter anderem genutzt, um automatische Moderationsfilter auf Plattformen wie TikTok oder Instagram zu täuschen, Gleichgesinnte zu erkennen oder Verbote bestimmter extremistischer Symbole zu umgehen. Das Angebot richtet sich insbesondere an Eltern, Lehrpersonen, Medienschaffende und Social-Media-Verantwortliche. Die GRA betont jedoch, dass viele der erfassten Zeichen überwiegend harmlos verwendet werden. Entscheidend sei stets der Zusammenhang. Der Decoder sei daher kein Katalog verbotener Zeichen, sondern eine Orientierungshilfe, und werde laufend erweitert.

Emily Langloh