Epstein-Affäre 17. Feb 2026

Yale setzt Kurse von David Gelernter aus

Der prominente Computer-Wissenschaftler wollte Epstein eine «sehr kleine, gut aussehende Blondine» aus einem Kurs als Angestellte vermitteln.  

Die Yale University hat Ende letzter Woche die Kurse des Informatik-Professors David Gelernter abgesetzt, nachdem dessen E-Mail-Austausch mit Jeffrey Epstein durch neue Publikationen von Regierungs-Dokumenten Ende Januar bekannt geworden waren. Gelernter und Epstein hatten zwischen 2009 und 2015 lebhaft kommuniziert, Einladungen des 2010 wegen Sexualdelikten an Minderjährigen bestraften Finanziers an die Uni vorbereitet und Kunst, Wirtschaft und Frauen diskutiert. 

Im April 2011 bat der Professor offenbar Epstein um Geld und Rat für ein persönliches Medien-Projekt, einschliesslich «Gehältern für Führungskräfte» für sich und zwei weitere Personen. In einer weiteren E-Mail vom 11. Oktober 2011empfahl Gelernter dem Finanzier eine seiner Studentinnen für eine nicht näher spezifizierte Stelle: «Ich habe die perfekte Redakteurin im Sinn: Yale-Studentin im letzten Jahr, hat letzten Sommer bei der Vogue gearbeitet, leitet ihr eigenes Campusmagazin, hat Kunst studiert, ist bestens vernetzt und eine sehr kleine, gutaussehende Blondine» (Link).

Yale hat nun eine Untersuchung Gelernters aufgenommen. Der gab sich gegenüber «Yale Daily News» selbstbewusst: «Wer auch immer plant, meine Empfehlungsschreiben für meine Studenten zu zensieren, kann genauso gut wieder schlafen gehen… Und wer gibt Ihnen die Idee, dass Sie oder irgendjemand sonst qualifiziert ist, meine private Korrespondenz zu bearbeiten, um (überhaupt) Ihre eigenen abgedroschenen Plattitüden aus den 1990er Jahren auf die von mir geschriebenen Briefe anzuwenden?» 

Zudem habe er bei dem Empfehlungsschreiben 2011 «die Gewohnheiten des potenziellen Chefs» – also Epsteins – berücksichtigt. Die Stelle sei im Finanzbereich gewesen und die Studentin habe gewusst, wer Epstein war. Er selbst habe nicht gewusst, dass Epstein verurteilter Straftäter und Sexualstraftäter war und dieser habe seit seinem Umzug von Florida nach New York 2011 «Niemanden belästigt» – was den Tatsachen auf groteske Weise widerspricht (Link).

Der 70-Jährige Gelehrte gilt als Pionier der Informatik und wurde als solcher 1993 Ziel des «Una-Bombers», der ihm eine Paketbombe schickte. Gelernter wurde beim Öffnen schwer verletzt. Er ist aber durch Zweifel an der Evolutionslehre, den Klimawandel und durch seine Unterstützung für Trump in die Kritik gekommen. 
 

Andreas Mink