Bezalel Zini soll Zigaretten nach Gaza geschmuggelt haben.
Die israelische Staatsanwaltschaft hat Bezalel Zini, den Bruder des Chefs des israelischen Geheimdienstes Shin Bet wegen «Beihilfe zum Feind in Kriegszeiten» angeklagt. Dem 50-Jährigen wird das Einschmuggeln von Zigaretten in den Gazastreifen und deren Verkauf an die Hamas vorgeworfen.
Laut der nun veröffentlichten Anklageschrift war sich Zini bewusst, dass die Hamas vom Weiterverkauf der Zigaretten und des Tabaks zu überhöhten Preisen profitieren könnte. Zini ist Reservist im aktiven Dienst der IDF und soll 14 Kartons Zigaretten – 7.000 einzelne Packungen – gegen eine Gesamtsumme von 365'000 Schekel (117'000 Dollar) geschmuggelt haben. Sein Bruder David Zini steht nicht unter Verdacht.
Israel kontrolliert den Fluss humanitärer Hilfe und anderer Güter in den Gazastreifen weiterhin streng. Die Anklage ist Teil umfassenderer Massnahmen gegen mehr als ein Dutzend Personen. Ihnen wird vorgeworfen, einem organisierten Verbrecherring angehört zu haben, der seit dem Sommer 2025 brandneue, hochwertige iPhones, Autoteile und andere Elektronikartikel in den Gazastreifen geschmuggelt hat. Allein der Verkauf von geschmuggeltem Tabak und Zigaretten habe der Hamas seit Beginn des Krieges «Hunderte Millionen Schekel» eingebracht, heisst es in der Anklageschrift.
Die Schmuggler sollen vorgegeben haben, im Rahmen ihrer militärischen Pflichten in den Gazastreifen einzureisen und hätten so die israelischen Soldaten an den Grenzübergängen getäuscht. Die Anklageschrift wirft Bezalel Zini zudem Betrug, Bestechung und Steuervergehen vor. Er wurde vor zwei Wochen zusammen mit zwei mutmasslichen Komplizen festgenommen.
Zinis Verteidiger bestreiten die Vorwürfe und argumentieren, diese entbehrten einer rechtlichen Grundlage. Ihr Mandant habe vielmehr «alles gegeben und sein Leben für den Staat riskiert» (Link).