Konsequenz der langjährigen Beziehung des Gründers Leslie Wexner zu dem Sexualverbrecher Jeffrey Epstein.
Die nahe Columbus, Ohio, angesiedelte Wexner Foundation will ihr bekanntes «Leadership-Programm» zur Ausbildung und Motivierung von Führungskräften in jüdischen Organisationen ausgliedern und in einer separaten Stiftung ansiedeln. 1983 von dem Textil-Unternehmer Leslie Wexner gegründet, verfügt die Stiftung über ein Kapital von rund 150 Millionen Dollar. Der Schritt gilt als Reaktion auf die Verwicklung des 88-Jährigen in die Epstein-Affäre.
Wexner hatte Epstein von 1987 bis 2007 als Vermögensverwalter eingesetzt und ihm weitreichende Kontrolle über seine Finanzen eingeräumt. Epstein hat dadurch Beobachtern zufolge den Grundstein für sein eigenes Vermögen gelegt und sich in der Finanzbranche als vertrauenswürdig etabliert. Wexner brach die Beziehungen zu Epstein 2007 und damit ein Jahr vor dessen Verurteilung als Sexualstraftäter im Zusammenhang mit der Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution ab. Im Februar 2026 enthüllten neu veröffentlichte FBI-Akten, dass Wexner von Ermittlern als möglicher Mitverschwörer Epsteins bei dessen Verbrechen betrachtet worden ist. Es wurde jedoch nie Anklage gegen ihn erhoben. Wexner hat jegliche Beteiligung an Epsteins Straftaten bestritten und betont, es lägen keinerlei Belege dafür vor, dass er Zeuge von Sexualverbrechen gewesen ist.
Wexner ist gleichzeitig ein prominenter Philanthrop für jüdische Zwecke. Seine Stiftung hat sich speziell um die Ausbildung professioneller und ehrenamtlicher Führungskräfte bei jüdischen Stiftungen verdient gemacht.
Rabbinerin B. Elka Abrahamson teilt als Präsidentin der Wexner Foundation mit, dass die Leadership-Programme der Stiftung ab dem kommenden Jahr in eine neue gemeinnützige Organisation überführt würden. Dies werde durch eine Spende Wexners und seiner Frau Abigail in Höhe von 40 Millionen Dollar ermöglicht. Entsprechende Pläne seien seit längerer Zeit entwickelt worden.
Netzwerke von Wexner-Alumni setzen sich mit der Affäre bereits seit 2018 auseinander, als Epstein in New York wegen Menschenhandels zu sexuellen Zwecken angeklagt worden ist. Laut Abrahamson will Les Wexner den Schwerpunkt seiner persönlichen Stiftung künftig auf die Förderung jüdischer Programme in seiner Heimatstadt Columbus sowie in Israel legen Link).