Die Plattform Kalshi verhängt erstmals einen lebenslangen Bann.
Die Wett-Plattform Kalshi hat den ex-Abgeordneten George Santos aufgrund von Vorwürfen des Insiderhandels dauerhaft ausgeschlossen und eine Geldstrafe von über 70'000 Dollar gegen den Republikaner aus Long Island ausgesprochen. Nach eigenen Angaben verhängt Kalshi damit erstmals überhaupt ein lebenslanges Zugangsverbot für seine Märkte. Zur Begründung teilte das Unternehmen mit, Santos habe die Kooperation bei der Untersuchung einer Reihe hoher Wetteinsätze zu der Frage verweigert, ob er Trumps Rede zur Lage der Nation vor dem US-Kongress im Februar beiwohnen werde.
Der notorische Hochstapler reagierte trotzig und schrieb auf X: «Danke für das lebenslange Verbot von eurer Glücksspielplattform. Mal sehen, wie lange es euch noch gibt.»
Neben der Sperre für Santos hat das durch Skandale um dubiose Wetten aus Politik und Militär angeschlagene Unternehmen am Montag weitere Disziplinarmassnahmen verhängt. So wurde die Republikanerin Laurie Buckhout aus North Carolina für drei Jahre gesperrt und zu einer Geldstrafe von 2500 Dollar verurteilt. Kalshi wirft Buckhout Wetten auf ihr eigenes Abschneiden im 1. Wahlbezirk von North Carolina vor. Der Bezirk wurde von den Republikaner neu zugeschnitten, um deren Chancen im November zu verbessern. Buckhout hat einem Vergleichsangebot von Kalshi zugestimmt und bezeichnete ihre Wetten als «dummen Fehler».
Am Freitag hatte die Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) Gabriel Perez vorgeworfen, er habe seinen frühen Zugang zu Trump-Reden als Bediener dessen Teleprompter für Wettgewinne von 107'000 Dollar benutzt, die auf den Inhalten von dessen Reden basierten. Perez wird zur Beilegung der Vorwürfe 172'000 Dollar zahlen und wurde für drei Jahre von Kalshi ausgeschlossen.
Ganz anders Santos. Im Juli hatte die CFTC befunden, Santos habe rund 18'000 Dollar verdient, indem er den Markt durch Social-Media-Beiträge über seine Pläne zur Teilnahme an der Trump-Rede manipuliert habe. Der 38-Jährige willigte die Rückzahlung von 35.000 Dollar ein, um die Vorwürfe beizulegen, erkannte jedoch die Feststellungen der CFTC nicht ausdrücklich an.
Santos geriet nach seinem überraschenden Einzug in den US-Kongress als republikanischer Abgeordneter für einen Distrikt auf Long Island im Jahr 2021 in einen Skandal über flagrante Hochstapelei und Betrugsmanöver. So hatte er sich fälschlicherweise als Nachkomme von Holocaust-Überlebenden ausgegeben. Er wurde im Jahr 2023 wegen Betrugs angeklagt, aus dem Repräsentantenhaus ausgeschlossen, zu sieben Jahren Haft verurteilt, aber im Vorjahr frühzeitig entlassen (Link).