Disput um die Motive von Larry Montes – und die Verantwortlichkeit von Zohran Mamdani für seine Gewalttat vom Freitag.
Der «Forward» hat die Social Media-Konten von Larry Montes untersucht. Der 46-Jährige wurde wegen Hassverbrechen angeklagt, weil er am Freitagabend den Schabbatgottesdienst in der Central Synagogue in Manhattan gestört, ein Gemeindemitglied geschlagen und einen Sicherheitsbeamten angespuckt und attackiert hatte. Montes wurde rasch verhaftet und soll morgen Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden.
Die Tat schürt Debatten um Antisemitismus und speziell die Verantwortlichkeit von Bürgermeister Zohran Mamdani. Bereits am Samstagfrüh hatte Ofir Akunis als israelischer Generalkonsul in New York auf X daran keine Zweifel: «Der Angriff auf die Central Synagogue in Manhattan ist eine direkte Folge der anhaltenden Hetzkampagne von Bürgermeister Mamdani.» Er habe davor gewarnt, dass Worte Taten folgen würden: «und genau das geschieht jetzt».
Die «Forward»-Analyse und Aussagen seiner Familie zeichnen jedoch ein ganz anderes Bild von Montes. Dieser erscheine als «pro-israelischer Republikaner, der zum Judentum konvertieren wollte». Demnach teilte er im Juni zwei Videos, die Mamdani kritisierten: eines verglich den Bürgermeister mit dem iranischen Ayatollah Ruhollah Khomeini; ein zweites warf Mamdani vor, die Dominikaner und Puertorikaner der Stadt «verraten» zu haben. Montes ist anscheinend puertorikanischer Herkunft. 2024 postete er eine Israel-Karte mit dem Text: «Bewahrt Israel in euren Herzen», später zudem ein Video, in dem Rabbiner Yosef Mizrachi erklärte, warum evangelikale Christen Israel unterstützen.
Womöglich habe Montes die der Reformbewegung angehörende Gemeinde für zu progressiv gehalten. Er soll deren Mitglieder nach seiner Verhaftung gegenüber der Polizei als «falsche Juden» bezeichnet haben. Dennoch hält die Kritik an Mamdani online an. So fragt die konservativ Influencerin Brianna Wu den Bürgermeister rhetorisch: «Glaubst du, deine ständige Dämonisierung von Juden könnte damit etwas zu tun haben?»
Die Motive von Montes bleiben derweil unklar, wobei es Anzeichen für eine geistige Verwirrung gibt. Neben Aussagen einer Tante dazu wurde Montes laut Polizeiangaben zwischen 2019 und 2023 dreimal wegen schwerer Raubüberfälle verhaftet und galt als psychisch labil.
Laut dem Bericht könnte die Behauptung, der Anschlag sei auf Israelhass und Mamdani zurückzuführen, auch politische Motive haben – und zwar in Israel: Dort stehen Binyamin Netanyahu und die regierende Likud-Partei, der auch Akunis angehört, in einem harten Wahlkampf. Netanyahu hat dabei schon im Juli eine Videobotschaft Mamdanis, die New Yorker zum Protest gegen ihn aufrief, in seinem Wahlkampf verwendet und Mamdani in einem Video-Clip als Gesicht einer weltweiten Welle des Antisemitismus gegen Israel dargestellt.
Eine neue Likud-Anzeige tönt: «Sie wollen, dass Netanyahu verliert» und zeigt Mamdani neben dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, Irans geistigem Oberhaupt Mojtaba Khamenei und Hisbollah-Führer Naim Qassem – die Pointe: «Lasst sie nicht gewinnen» (Link).