Niederlage für Alex Vindman bei Gouverneurs-Entscheidung der Demokraten; jüdische Kongress-Mitglieder bestätigt.
Gestern Dienstag gab es bei demokratischen Vorentscheidungen für die Midterms im November in Florida eine grosse Überraschung: die demokratische Sozialistin Angie Nixon hat Alex Vindman bei der Bewerbung um einen Sitz im US-Senat deutlich mit rund 55 zu 45 Prozent geschlagen. Die Linksliberalen halten zwar seit 2019 keinen Sitz für Florida mehr in der oberen Kongress-Kammer. Aber angesichts der weiterhin sinkenden Zustimmung für Trump und seine Partei könnten die Demokraten auch im «Sunshine State» eine Comeback-Chance haben.
Während die 42-jährige Afroamerikanerin Nixon in Florida gross geworden ist und als Abgeordnete im Gliedstaats-Parlament dient, wurde Alexander Vindman in der ersten Trump-Ära durch seine Rolle bei einem Erpressungsversuch Trumps gegenüber dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in den USA und weltweit bekannt. Vindman ist jüdischer Herkunft, kam als Kind mit den Eltern und dem Zwillingsbruder Eugene aus Kyiv in die USA und stieg im US-Militär zum Oberstleutnant auf. Er diente 2019 im Nationalen Sicherheitsrat und war im Weissen Haus als Trump bei einem viel diskutierten Telefonat Selenskyj belastende Informationen über Hunter Biden abpressen wollte. Vindman, dessen Zwillingsbruder als im US-Repräsentantenhaus einen Bezirk von Virginia vertritt, hat darüber mutig vor dem Kongress ausgesagt und wurde daraufhin von der Trump-Regierung zwangspensioniert.
Beobachtern zufolge hat Vindman es aber trotz massiver Vorteile beim Spendensammeln an Elan und Engagement im Wahlkampf fehlen lassen. Nixon ist derweil eine bekannte Grösse in der Partei und trat erst jüngst den «Democratic Socialists of America» (DSA) bei. Das Thema Israel-Palästina spielte im Wahlkampf kaum eine Rolle. Nixon hatte jedoch schon im November 2023 für «Deeskalation und einen Waffenstillstand im Staat Israel und im besetzten Palästina» plädiert und jüngst ihre Unterstützung durch die Gruppe «Citizens Against AIPAC» verkündet. AIPAC war indes allem Anschein nach nicht in dieser Kampagne präsent.
Weitere, wichtige Entscheidungen verliefen erwartungsgemäss. Im 23. Kongress-Bezirk konnte sich der Mandatsträger Jared Moskowitz deutlich mit über 60 Prozent der Stimmen gegen den DSA-Exponenten Oliver Larkin behaupten. Im benachbarten 20. Wahlbezirk setzte sich Debbie Wasserman Schultz mit rund 45 Prozent gegen ein Feld meist afroamerikanischer Konkurrenten durch.
Auf republikanischer Seite schnitt Randy Fine als einer von nur vier jüdischen Konservativen im Kongress im 6. Kongress-Bezirk mit 57 zu 19 Prozent stark gegen den Judenhasser und Podcaster Dan Bilzerian ab. Dieser hatte Fine mit einem KI-generierten Wahlkampfspot auf «Stürmer-Niveau» als blutiger Mörder, «jüdischer Suprematisten» mit Teufelshörnern, «Shylock» und «gruseliger kleiner Handlanger Satans» diffamiert (Link).
Fine galt jedoch ebenso als Favorit, wie bei der Vorwahl für das Gouverneursamt der von Trump unterstützte Abgeordneten Byron Donalds. Der Afroamerikaner konnte sich unter drei Bewerbern mit 48 Prozent den Sieg sichern. Der offen rassistische und antisemitische James Fishback liegt bei zehn Prozent – was noch vor zwei, drei Jahren Entsetzen über eine Unterwanderung der Republikaner von Rechtsextremisten ausgelöst hätte (Link).