Iran-Krieg 19. Aug 2026

Russland liefert Kriegsmaterial an Iran

Transporte von Sprengstoff und Drohnen-Elementen laufen angeblich weiter über das Kaspische Meer.  

Wie zuerst vom US-Sender NBC News berichtet, liefert Russland über das Kaspische Meer Sprengstoff, Drohnen-Komponenten und Munition an Iran und unterstützt damit den Wiederaufbau militärischer Arsenale. Der Bericht fusst auf Dokumenten und Aussagen europäischer Regierungskreise. Demnach schickt Russland beispielsweise den Sprengstoff Trinitrotoluol (TNT) an die Islamische Republik, während der offizielle Waffenstillstand Teherans mit der Trump-Regierung zum Wochenbeginn abgelaufen ist. Regime-Exponenten drohen mit neuen Offensiven und bauen dabei anscheinend nicht zuletzt auf Material aus Moskau. 

Das Kaspische Meer wurde bald nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar einer Schlüsselroute für russischen Nachschub, da westliche Streitkräfte über keine praktischen oder rechtlichen Mittel verfügen, um sie zu blockieren. Zudem können Frachtschiffe ihre AIS-Transponder (Automatic Identification System) problemlos abschalten und sich dadurch einer Überwachung entziehen.

Die Vorteile Moskaus liegen auf der Hand: Neben der Unterstützung eines wichtigen Verbündeten – und damit einer Stärkung der eigenen Glaubwürdigkeit – binden iranische Drohnen- und Raketenangriffe auf US-Ziele in Nahost militärische Ressourcen, die ansonsten womöglich der Ukraine zugute kommen würden. Zudem ermöglicht der Wiederaufbau iranischerArsenale Lieferungen Teherans an die Hisbollah im Libanon und die Huthis im Jemen, sowie an pro-iranische Gruppen im Irak und in Syrien.

Weder Moskau noch Teheran nehmen offiziell zu dem Bericht Stellung. Der konkrete Umfang der Lieferungen ist ebenso unklar, wie die durch amerikanisch-israelischen Angriffe verursachten Schäden an der iranischen Militär-Infrastruktur.

Israel hatte im März 2026 versucht, den Nachschub aus Russland unterbrechen und den iranischen Hafen Bandar-e Anzali an der Küste des Kaspischen Meers angegriffen. Dabei wurden auch Schiffe getroffen. Ob darunter russische waren, geht aus den Berichten nicht hervor. Israel dürfte nicht an einer offenen, militärischen Konfrontation mit Moskau interessiert sein. Zwischenzeitlich hat die Ukraine den Seeverkehr auf dem Kaspischen Meer mit Drohnen angegriffen. Allem Anschein nach tut dies den Nachschub-Transporten zwischen russischen und iranischen Häfen jedoch keinen Abbruch (Link).

Andreas Mink