Buenos Aires 26. Mai 2026

Vorwurf der Vertuschung

Die argentinische Staatsanwältin Viviana Fein trifft am 19. Januar 2015 in Buenos Aires an der Wohnung ein, in der Staatsanwalt Alberto Nisman tot aufgefunden wurde.

Argentinische Ermittlerin im Fall Nisman angeklagt.  

Die argentinische Staatsanwältin Viviana Fein, die den rätselhaften Tod des AMIA-Sonderermittlers Alberto Nisman untersucht hatte, ist wegen mutmasslicher Vertuschung angeklagt worden. Ein Gericht wirft ihr „schwere Verschleierung“ bei den Ermittlungen zum Tod Nisman's im Januar 2015 vor. 
Nisman hatte die Untersuchung des Bombenanschlags auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA in Buenos Aires geleitet, bei dem 1994 85 Menschen getötet wurden – der schwerste antisemitische Terroranschlag in der Geschichte Argentiniens. Kurz vor seinem Tod beschuldigte er die damalige Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner, iranische Verdächtige gedeckt zu haben. Wenige Stunden bevor er seine Vorwürfe dem Parlament präsentieren wollte, wurde er mit einer Schussverletzung tot in seiner Wohnung gefunden. 
Die Ermittlungen zu Nisman's Tod gelten bis heute als politisch hochsensibel. Kritiker werfen den Behörden seit Jahren vor, Spuren manipuliert und Beweise unzureichend gesichert zu haben. Fein leitete die ersten Untersuchungen und stand wiederholt in der Kritik, Ungereimtheiten nicht konsequent verfolgt zu haben. 
Der AMIA-Anschlag belastet bis heute die Beziehungen Argentiniens zu Iran. Argentinische Gerichte machten wiederholt iranische Funktionäre und die libanesische Hizbollah verantwortlich – Vorwürfe, die Teheran zurückweist. Für die jüdische Gemeinschaft Argentiniens ist der Fall ein Symbol jahrzehntelanger Straflosigkeit und staatlicher Vertuschung. 
 

Redaktion