Zusammenstösse zwischen pro-iranischen Demonstranten und Sicherheitskräften des Al-Khalifa-Regimes; saudische Intervention.
Am Montag sind in Bahrain blutige Unruhen und Zusammenstösse zwischen pro-iranischen Demonstranten und Sicherheitskräften des Al-Khalifa-Regimes ausgebrochen. Die Demonstranten gehören der schiitischen Bevölkerungsmehrheit an und fordern ein Bündnis mit dem Iran und den Abzug der Amerikaner vom Stützpunkt der Fünften Flotte.
Demonstranten warfen Molotowcocktails auf Polizei und Sicherheitskräfte. Das sunnitische Herrscherhaus reagierte mit einer Mobilisation weiterer Polizei-Einheiten. Mehrere Beiträge auf X behaupteten, die von Saudi-Arabien angeführten Peninsula Shield Forces des Golf-Kooperationsrats seien über den König-Fahd-Damm nach Bahrain eingedrungen und hätten die Proteste unterdrückt.
Damit könnten sich die Vorgänge von 2011 wiederholen, als Schiiten gegen ihre Benachteiligung und die US-Präsenz demonstrierten. Momentan könnte hinter dem Unruhen auch iranischer Einfluss stehen. 2011 hat der Einmarsch saudischer Bodentruppen in Bahrain zur Niederschlagung des damaligen Aufstands beigetragen. Die Unruhen laufen nun jedoch schon seit einiger Zeit und werden – im Gegensatz zu den Protesten im Iran – von westlichen Medien weitgehend ignoriert.
Daneben ist bemerkenswert, dass auch Saudi-Arabien Heimat einer grossen, meist verarmten und von der sunnitisch-wahhabitischen Monarchie unterdrückten, schiitischen Minderheit ist. Diese lebt vorwiegend an der Golfküste, also im Einflussbereich Irans. Ein länger währender Krieg mit Iran könnte also auch hier eine explosive Situation schaffen (Link).