Zwei Drittel wollen bei den Zwischenwahlen im November erneut für die Linksliberalen stimmen.
Laut einer aktuellen Umfrage des den Demokraten nahestehenden «Jewish Voters Resource Center» will 67 Prozent der jüdischen Wählerschaft bei den Zwischenwahlen Anfang November für die Demokraten stimmen. Die Demoskopen schliessen daraus, dass die parteiinternen Spannungen über Israel die auf die New Deal-Ära der 1930er Jahre zurückgehende Präferenz einer Mehrheit der amerikanisch-jüdischen Gemeinschaft für die Linksliberalen nicht wesentlich erschüttert haben. Nur 26 Prozent der Befragten gaben an, republikanische Kandidaten zu präferieren.
Bei der Frage nach den zwei wichtigsten Themen für ihre Wahlentscheidung rangierte Antisemitismus an dritter Stelle, hinter den Lebenshaltungskosten und der von Trump und seiner Partei bedrohten Zukunft der Demokratie als dominierender Sorge. Das Thema Israel landete auf dem fünften Platz.
Trump erzielte eine Negativ-Bewertung von 75 Prozent, sein Vize JD Vance schnitt noch schwächer ab. Binyamin Netanyahu erntet eine Ablehnung von 67 Punkten (Link).
Bemerkenswert sind zwei Trends: erstens lag die jüdische Unterstützung für demokratische Präsidentschaftsbewerber meist höher, also bei über 70 Prozent. Zweitens nimmt der politisch eher konservativ orientierte, orthodoxe Anteil an der jüdischen Gemeinschaft ständig zu und hat bei Erwachsenen elf Prozent erreicht. Bei den 18-29-Jährigen liegt der Wert bei 17 Prozent. Daher ist zumindest theoretisch längerfristig eine stetig schwindende Zustimmung für die Demokraten zu erwarten (Link).