Israel 10. Sep 2026

Israels Schüler fallen bei Pisa auf historischen Tiefstand

Schüler in einer Schule in Beersheva auf einer Archivaufnahme.

Israels Schülerinnen und Schüler haben bei der internationalen Pisa-Studie so schlecht abgeschnitten wie noch nie.

Wie aus den am Dienstag veröffentlichten Ergebnissen der OECD hervorgeht, erreichten die 15-Jährigen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften die niedrigsten Werte seit Israels Teilnahme an der Untersuchung. In allen drei Bereichen liegt das Land inzwischen unter dem OECD-Durchschnitt.
Besonders stark ist der Einbruch beim Lesen: Gegenüber der Pisa-Erhebung von 2022 sank die Leistung um 38 Punkte – einer der stärksten Rückgänge unter den teilnehmenden Ländern. Auch in Mathematik und Naturwissenschaften gingen die Ergebnisse deutlich zurück. Im Vergleich zu 2015 stieg der Anteil der leistungsschwachen Schüler in Mathematik und Lesen jeweils um 14 Prozentpunkte, in Naturwissenschaften um neun Prozentpunkte.
Nur noch 54 Prozent der israelischen Jugendlichen erreichen in Mathematik mindestens das von der OECD definierte Grundniveau; im OECD-Durchschnitt sind es 65 Prozent. Beim Lesen schaffen dies 59 Prozent gegenüber 69 Prozent im OECD-Mittel, in Naturwissenschaften 60 gegenüber 74 Prozent. Zugleich gaben 37 Prozent der israelischen Schüler an, Schule sei für sie Zeitverschwendung – gegenüber 24 Prozent im OECD-Durchschnitt.
Die OECD-Daten weisen zudem auf strukturelle Probleme hin. Die Hälfte der israelischen Schüler besucht Schulen, deren Leitungen über einen Mangel an Lehrkräften berichten. Israels Bildungsministerium bezeichnete die Ergebnisse laut «Jerusalem Post» als «katastrophales Ereignis historischen Ausmasses». Der Einbruch erfolgt allerdings vor dem Hintergrund eines weltweiten Pisa-Rückgangs: Auch im OECD-Durchschnitt erreichten Jugendliche 2025 historische Tiefstände.
 

Redaktion