Neue Hintergründe zur getarnten Abreise Trumps nach dem NATO-Gipfel.
In der Nacht zum Dienstag wurden neue Details der Abreise Trumps nach dem NATO-Gipfel in Ankara am 8. Juli bekannt. Demnach wechselte der US-Präsident aus Sicherheitsgründen auf dem Flugfeld der Luftwaffenbasis Etimesgut von seiner neuen Air Force One aus Katar mittels eines Versorgungsfahrzeug in eine Transport-Maschine des US-Militärs. Nun meldet «Middle East Eye», dass türkische Regierungskreise dahinter ein Komplott Israels sehen: Die Netanyahu-Regierung habe Trump kurzfristig vor Attentats-Plänen Irans auf ihn in Ankara gewarnt und damit zu dem Manöver veranlasst.
Dabei hatte Ankara für den Gipfel drakonische Sicherheitsmassnahmen verhängt und den Verkehr von und zu der Luftwaffenbasis neu organisiert, damit Teilnehmer den Tagungsort innerhalb von zehn Minuten erreichen konnten. Dennoch sollen US-Vertreter am 8. Juli ihren türkischen Amtskollegen mitgeteilt haben, sie hätten einen Geheimdienstbericht aus Israel zu Attentats-Plänen Irans auf Trump erhalten. Konkret bestehe die Gefahr eines Angriff auf die brandneue «Air Force One» mit schultergestützten Flugabwehrraketen.
Obwohl US-Geheimdienstler das Risiko für gering hielten, habe der für den Präsidenten-Schutz zuständige Secret Service auf die Verlegung Trumps in das Begleitflugzeug der US-Regierung, einer C-32, bestanden. Nun behaupten türkische Quellen, Israel habe Trump mit einer falschen Warnung manipulieren und vom Abschluss eines neuen Waffenstillstandes mit Iran abbringen wollen: «Ziel sei es gewesen, sich als Beschützer Trumps zu inszenieren, die Verhandlungen mit dem Iran zu torpedieren und Trumps offensichtlich enges Verhältnis zum türkischen Präsidenten Erdoğan zu untergraben.»
Bei seinem Treffen mit Erdoğan hatte Trump zudem seine Bereitschaft signalisiert, F-35-Kampfjets an Ankara zu liefern. Netanyahu lehnt dies entschieden ab und argumentiert, dies würde das Machtgleichgewicht in der Region verändern und Israels in den USA gesetzlich abgesicherten «qualitativen militärischen Vorsprung» untergraben. Laut dem Bericht haben iranische Agenten in der Vergangenheit zwar iranische Dissidenten in der Türkei entführt oder ermordet. Aber Teheran habe es nie gewagt, dort eine so komplexe Operation wie einen Anschlag auf einen US-Präsidenten durchzuführen (Link).