Bern 28. Sep 2026

Freilassung von Barghouti gefordert

Marwan Barghouti  vor Gericht, 2002.

Mehrere Schweizer Organisationen fordern die Freilassung des palästinensischen Politikers Marwan Barghouti.

Mehrere Schweizer Organisationen haben den Bundesrat in einem offenen Brief aufgefordert, sich bei der israelischen Regierung für die Freilassung des in Israel inhaftierten palästinensischen Fatah-Politikers Marwan Barghouti einzusetzen. Zu den Unterzeichnenden gehören JCall Suisse, der Cercle Martin Buber, die Jüdische Stimme für Demokratie und Gerechtigkeit in Israel/Palästina (JVJP) sowie Swiss Friends of Combatants for Peace.

Die Verfasser bezeichnen Barghouti, der seit mehr als 20 Jahren in israelischer Haft sitzt, als möglichen politischen Gesprächspartner für eine künftige Friedenslösung. Sie verweisen auf seine Unterstützung für einen unabhängigen palästinensischen Staat und knüpfen ihre Forderung an die vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vertretene Zweistaatenlösung. Eine Freilassung Barghoutis könne nach Ansicht der Unterzeichnenden politische Verhandlungen fördern und dazu beitragen, den Kreislauf der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern zu durchbrechen.

Zugleich erheben die Organisationen schwere Vorwürfe bezüglich Barghoutis Haftbedingungen. Sie behaupten, er werde misshandelt, unzureichend ernährt und medizinisch nicht ausreichend versorgt. Der Bundesrat solle deshalb gegenüber der israelischen Regierung intervenieren und seine Freilassung fordern.

Barghouti wurde 2004 von einem israelischen Gericht wegen seiner Rolle bei tödlichen Anschlägen während der Zweiten Intifada zu mehrfach lebenslanger Haft verurteilt. Er wies die Vorwürfe zurück und erkannte die Zuständigkeit des Gerichts nicht an.

Emily Langloh