USA 18. Mär 2026

Trump-Regierung entlässt Palästinenserin aus Deportations-Zentrum in Texas

Leqaa Kordia hatte 2024 an pro-palästinensischen Demonstrationen an der Columbia University in Manhattan teilgenommen.  

Am Montag wurde die aus Palästina stammende Leqaa Kordia nach mehr als einjähriger Haft aus dem Deportations-Gefängnis Prairieland Detention Center im texanischen Alvarado entlassen. Die 33-Jährige leidet nach ärztlichen Angaben an epileptischen Anfällen und wurde nach einer Attacke an ein Krankenbett in der Anstalt gekettet. Sie hat die Bedingungen dort als schmutzig und unmenschlich beschrieben. Bundesbehörden haben nie eine strafrechtliche Anklage gegen Kordia erhoben.

Kordia war am Freitag zum dritten Mal vor einem Einwanderungsrichter erschienen. Dieser ordnete zum dritten Mal ihre Freilassung gegen eine Kaution in Höhe von 100'000 Dollar an. Zuvor hatten Staatsanwälte dagegen Berufung eingelegt und die Freilassung verhindert. Am Montag hat das Justizministerium womöglich auch aufgrund Kordias schlechtem Gesundheitszustand darauf verzichtet.

Kordia ist palästinensischer Abstammung und wurde im April 2024 bei pro-palästinensischen Protesten der Columbia University festgenommen, aber rasch wieder von der New Yorker Polizei entlassen word. Das gegen sie eingeleitete Verfahren wurde eingestellt und die Akte versiegelt. Kaum ein Jahr später nahm das US-Justizministerium Ermittlungen gegen Kordia auf und verhafteten sie am 13. März 2025 aufgrund des Verdachtes von Geldwäsche. Kordias Anwälte erklärten vor Gericht, sie habe lediglich 1000 Dollar an ihre Familie im Gazastreifen überwiesen, um diese zu unterstützen. Kordia wurde selbst im Westjordanland geboren, war nach Ablauf ihres Studienvisums in den USA geblieben und hatte vor ihrer Festnahme als Kellnerin gearbeitet.

Am Montagnachmittag erklärte das Ministerium für Innere Sicherheit erneut, Kordia habe an «Pro-Hamas»-Protesten teilgenommen. Sie wurde dennoch wenig später freigelassen. Kordia hat nach eigenen Angaben durch israelische Angriffe fast 200 Familienangehörige im Krieg im Gazastreifen verloren und bestreitet, eine Hamas-Unterstützerin zu sein (Link).

Andreas Mink