Die IDF soll grosse Mengen von Herbiziden im Süden des Landes abgeworfen haben.
Im Vorfeld der für Freitag geplanten Unterzeichnung eines längerfristigen Waffenstillstandes zwischen Iran und den USA unter Einbeziehung der Libanon-Front wirft die libanesische Regierung Israel in einer Beschwerde an den UN-Sicherheitsrat den Einsatz grosser Mengen des Herbizids Glyphosat im Süden des Landes vor. Die Vorfälle sollen sich bereits am 1. Februar ereignet haben. Daneben habe die IDF jüngst in zwei getrennten Vorfällen drei libanesische Soldaten getötet.
Laut der Beschwerde hat die IDF Glyphosat über mehreren Ortschaften an der Südgrenze versprüht. Bodenproben aus den Dörfern Aita al-Shaab, Ras al-Naqoura und al-Dhaira wiesen laut einem vom Beiruter Aussenministerium zitierten wissenschaftlichen Bericht Konzentrationen des Unkrautvernichtungsmittels von bis zu 22.750 Mikrogramm pro Gramm auf – ein Wert, der um das Tausendfache über dem in der Landwirtschaft üblichen Mass liege. Das internationale Abkommen über Chemiewaffen untersagt den Einsatz von Herbiziden als Kriegsmittel.
In einer zweiten Beschwerde erklärt der Libanon, die IDF habe am 6. Juni auf der Strasse zwischen Kfar Tebnit und Al-Khardali ein libanesisches Militärfahrzeug angegriffen und dabei einen Brigadegeneral, einen Hauptmann sowie einen Soldaten getötet. Laut dem libanesischen Aussenministerium untergraben die Angriffe direkt die von Washington vermittelten Verhandlungen zwischen dem Libanon und Israel, die auf vertrauensbildende Massnahmen sowie – zumindest aus Sicht Beiruts – den Rückzug Israels hinter die international anerkannten Grenzen abzielen (Linkn).