Israel 16. Jun 2026

Regierung plant Unterstützung junger Siedler im Westjordanland

Ein Siedler zwischen israelischen Soldaten in der Westbank vergangene Woche.

Berichte israelischer Medien.  

Wie das Nachrichtenportal Ynet am Montag berichtete, plant die Netanyahu-Regierung, Hunderten junger Siedler im Westjordanland ein Tagesbudget von jeweils 50 NIS (17 Dollar) für Verpflegung und Kleidung bereitzustellen. Diese Hilfen werden angeblich in einem neuen Regierungsprogramm mit dem offiziellen Zweck gewährt, Gewalt gegen die palästinensische Bevölkerung in den besetzten Gebieten zu verhindern.

Ynet zitiert ein Dokument des Ministeriums für Siedlungsbau, das von der Abgeordneten der Partei «Religiöser Zionismus», Orit Strock, geleitet wird. Dem Dokument zufolge sollen die Gelder an Regionalräte überwiesen werden, welche die Mittel wiederum an die jugendlichen Empfänger weiterleiten. Dem Bericht zufolge hat das Ministerium 657 Empfänger identifiziert, die auf Hügelkuppen und landwirtschaftlichen Aussenposten im gesamten Westjordanland verteilt leben. Diese werden als Verstoss gegen das Völkerrecht angesehen. Davon befinden sich 225 in der Region Binjamin, 129 in Samaria, 120 im Jordantal, 99 im Gebiet um Hebron und 84 in Gusch Etzion.

Laut dem Dokument sind die Mittel für einen Zeitraum von etwa sieben Monaten – bis zum Ende des Kalenderjahres – vorgesehen; die Gesamtkosten belaufen sich auf knapp zwei Millionen Dollar. Gelder sollen auch in Form von Lebensmittelgutscheinen ausgegeben werden. Dem Bericht zufolge sind diese Mittel Teil eines weitaus umfangreicheren Programms mit einem Volumen von rund 41 Millionen Dollar, das mit «pädagogischen Mitteln» der ausufernden Gewalt extremistischer Siedler gegen Palästinenser begegnen soll. Diese Siedler verübten laut der «Times of Israel» seit Jahren fast täglich gewaltsame Übergriffe, ohne dafür nennenswerte Konsequenzen fürchten zu müssen (Link).
 

Andreas Mink