Neue Anzeige von « Blue Square Alliance Against Hate» Sonntagnacht.
Während sein Team, die New England Patriots, letzte Nacht zum Football-Super Bowl aufliefen, hat Eigner Robert Kraft erneut eigene Signale gesetzt und wie in den letzten zwei Jahren ein Video seiner Initiative «Blue Square Alliance Against Hate» lanciert (Link).
«Sticky Note» benannt, spielt der Spot in einer amerikanischen High School. Ein Junge geht den Flur entlang, während Mitschüler – einer mit einer umgedrehten Kappe – ihn anrempeln. Andere machen undeutliche Bemerkungen, als er vorbeigeht. Als der Junge an seinem Spind ankommt, wird sichtbar, worüber seine Mitschüler gekichert haben: ein Post-it-Zettel an seiner Tasche mit der Aufschrift «SCHMUTZIGER JUDE».
Der «Forward» fühlt sich darüber in die 1950er-Jahre zurückversetzt. Das Video sei «völlig losgelöst davon, wie Antisemitismus heute in den Schulfluren funktioniert». Schüler seien, wie von Gruppen wie der ADL endlos dokumentiert, heutzutage viel kreativer und subtiler in ihrem Judenhass: «Und genau auf diese heimtückischeren Formen sollten wir die Menschen aufmerksam machen.»
Kids würden heutzutage provokante Bemerkungen über «das Backen von sechs Millionen Pizzen in fünf Jahren und Beleidigungen wie `Zio´ und `Babymörder´ ablassen», oder Memes über globale Kontrolle, den «österreichischen Maler» und eine mythische arische Zivilisation namens «Agartha» verbreiten: «Selbst in ihren dümmsten Momenten kritzeln sie nicht `Schmutziger Jude´ – obwohl sie es manchmal sagen –, sondern greifen auf den alten Klassiker zurück: das Hakenkreuz.» Dies sei durch Erhebungen belegt.
In dem Werbespot werde sodann eine Lektion in «Zivilcourage» erteilt, wobei ein anderer Schüler überklebt den beleidigenden Zettel mit einem blauen überklebt und sich anschliessend das Zeichen der Kraft-Kampagne auf die Brust heftet. Dies sei gutgemeint, aber «in einer Welt voller Groypers (Anhänger des Jung-Nazis Nick Fuentes» sie dies eine Provokation zu höhnischen Memes. Der Clip vermittele «vernünftigen älteren Menschen etwas, das sie bereits wissen: Offener, eindeutiger Antisemitismus ist schlecht.»
Menschen, die kurz davor stünden oder bereits fest in Verschwörungstheorien über jüdische Macht verstrickt seien, suggeriere der Clip jedoch «dass Juden über unbegrenzte Ressourcen und ein begrenztes Verständnis der Realität verfügen». Kraft sei daher gut beraten, zukünftig genauer auf den Geisteszustand seines Zielpublikums einzugehen.