New York 10. Mai 2026

Steuervergünstigungen für religiöse Privatschulen

Ein Schulbus einer Jeschiwa fährt durch den New Yorker Stadtbezirk Brooklyn, 2022. 

Religiöse Privatschulen und Jeschiwot im Bundesstaat New York begrüssen die Entscheidung von Gouverneurin Kathy Hochul, sich dem neuen föderalen Steuervergünstigungsprogramm für Bildungszwecke anzuschliessen. 

Ab 2027 sollen Spenden an sogenannte Scholarship Granting Organizations steuerlich begünstigt werden; Steuerzahler können dabei bis zu 1700 Dollar pro Jahr geltend machen. Die Mittel können unter anderem für Schulgelder, Transport oder Nachhilfe an privaten und religiösen Schulen verwendet werden. 

Das Programm war Teil eines grossen Bildungspakets der Regierung von US-Präsident Donald Trump und gilt als bedeutender Erfolg der amerikanischen School-Choice-Bewegung. New York wäre der 30. Bundesstaat, der sich dem Modell anschliesst – und erst der zweite demokratisch regierte Staat nach Colorado. Besonders orthodox-jüdische Organisationen wie die Teach Coalition und Agudath Israel hatten in den vergangenen Monaten intensiv für die Teilnahme geworben. 

Vertreter jüdischer Schulen sprechen von einer «historischen Entlastung» für Familien, die hohe Schulgebühren tragen müssten. Kritiker warnen hingegen davor, dass öffentliche Gelder indirekt privaten und religiösen Bildungseinrichtungen zugutekommen könnten und sehen ungenügende Kontrollmechanismen. Hochuls Büro erklärte, man prüfe derzeit noch mögliche «poison pills», also Bestimmungen, die dem öffentlichen Bildungssystem schaden könnten. 

Redaktion