Die Schweiz positioniert sich klar: Die SRG will, dass Israel weiterhin am Eurovision Song Contest (ESC) teilnehmen darf. Das berichtet der SonntagsBlick.
Während mehrere europäische Länder den Ausschluss Israels fordern, folgt die SRG der deutschen Linie und betont die „friedenfördernde, verbindende und verständnisbildende Wirkung“ des Wettbewerbs.
SRG-Sprecher Markus Berger erklärt, der ESC müsse politisch neutral bleiben und Menschen auf beiden Seiten „jenseits jeder Politik“ verbinden. Die SRG wird an der anstehenden Abstimmung der Europäischen Rundfunkunion (EBU) in Genf teilnehmen – eine öffentliche Stellungnahme zum genauen Abstimmungsverhalten lehnt sie jedoch ab. Klar ist: Die Schweiz will Israel im Wettbewerb halten.
Der Konflikt spitzt sich europaweit zu. Laut SonntagsBlick fordert Spaniens öffentlich-rechtlicher Sender RTVE, Israel wegen mutmasslicher Kriegsverbrechen in Gaza auszuschliessen. RTVE-Chef José Pablo López wirft Israel zudem vor, beim letzten ESC das Public Voting mit einer gross angelegten Social-Media-Kampagne manipuliert zu haben. Spanien droht mit Boykott: Entweder Israel werde vom ESC ausgeschlossen – oder Spanien nehme 2026 nicht teil.
In Genf will die EBU nun beraten, ob der israelische Sender KAN suspendiert wird. Kritiker verweisen auf doppelte Standards: Belarus und Russland sind ausgeschlossen, Israel aber nicht – trotz schwieriger politischer Lage. Versuche von Spanien, Irland, den Niederlanden und Slowenien, Israels Teilnahme bereits im Frühjahr zu verhindern, scheiterten.
Der ESC steht damit vor einer Zerreissprobe: Zwischen Ländern, die Israels Ausschluss fordern, und Staaten wie der Schweiz, Deutschland oder Österreich, die an der Teilnahme festhalten wollen.