Report der der israelischen Crowdfunding-Plattform JGive.
Dass die Hälfte aller Israelis jährlich für wohltätige Zwecke spendet, wird mitunter von der stärkeren Aufmerksamkeit für Spenden aus der Diaspora für israelische Anliegen in den Hintergrund gedrängt. Laut dem aktuellen «Israeli Giving Report» der israelischen Crowdfunding-Plattform JGive (Link) gibt mittlerweile etwa jeder fünfte israelische Spender zudem über eine Website.
Deren Zahl auf der Plattform ist innerhalb von fünf Jahren um rund 70 Prozent gestiegen, das Gesamtspendenvolumen auf der Plattform wuchs um fast 167 Prozent. Die Anzahl der auf JGive aktiven, gemeinnützigen Organisationen hat sich in sieben Jahren versechsfacht – von etwa 500 auf über 3000 Organisationen. Unter den wichtigsten israelischen Spendern sind sechs von zehn jünger als 50 Jahre.
Auch das Spendenaufkommen aus dem Ausland nahm stark zu. 2025 erreichten die Spenden von jüdischen Geldgebern aus der Diaspora auf der Plattform einen historischen Höchststand von fast 125 Millionen NIS (42,7 Millionen Dollar) und trugen dazu bei, das Gesamtspendenvolumen auf JGive für das Jahr auf rund 400 Millionen NIS (136,3 Millionen Dollar) zu heben. Das Engagement von Spendern aus dem Ausland hat sich seit den Terroranschlägen vom 7. Oktober fast verdreifacht.
JGive-Gründer Ori Ben Shlomo hat die Plattform im Jahr 2014 aufgebaut – während seines eigenen Reservistendienstes zu Beginn des Gaza-Kriegs jenes Sommers. Er hatte erkannt, dass zwar der Wunsch der Israelis zu spenden vorhanden war, es dem Land jedoch an der nötigen Infrastruktur dafür mangelte. Dazu zählt inzwischen JGive Platinum, der von Spendern gesteuerte Fonds der Plattform, die 2025 von 667 Mitgliedern mit 302 Millionen NIS (102,9 Millionen Dollar) unterstützt wurde. Davon gingen 85 Millionen NIS (29 Millionen Dollar) in Form von Aktien ein – eine Kategorie, die innerhalb eines Jahres um 240 Prozent zugelegt hat.
Auszahlungen aus diesen Fonds kamen 2.300 Wohltätigkeitsorganisationen zugute. Ben Shlomo weisst zudem auf einen wachsenden Trend bei Spendern hin, direkt für bestimmte Zwecke zu spenden, anstatt über Zwischeninstanzen wie Dachverbände oder «American Friends of»-Organisationen zu gehen, während sie dank Plattformen wie JGive weiterhin von US-Steuervorteilen profitieren (Link).