David Ellison nimmt Stellung zu Kontroversen um die Übernahme von Warner Brothers durch seinen Konzern Paramount.
Klagen demokratisch geführter Gliedstaaten gegen die Übernahme des Konzerns Warner Bros. Discovery durch Paramount aufgrund einer drohenden Marktdominanz haben das von David Ellison geführte Medienhaus jüngst dazu bewegt, den 110 Milliarden Dollar schweren Merger zunächst auf Eis zu legen. Die Übernahme soll vorwiegend durch Kredite finanziert werden, die zu einem grossen Teil von Larry Ellison garantiert werden, dem Vater von David Ellison und Mitgründer des Tech-Konzerns Oracle. Larry Ellison soll Trump persönlich und politisch nahestehen und hat dessen Wahlkämpfe mit mindestens 45 Millionen Dollar unterstützt.
Durch die Turbulenzen sieht sich David Ellison nun nach eigenen Worten zu einer Klarstellung in der «New York Times» veranlasst. Dabei schlägt er besonnene Töne an, macht aber klar, dass er den Kern der Kritik an der Übernahme als politisch motiviert sieht. Denn der neue Paramount-Warner-Konzern würde bestenfalls ein Fünftel des Marktes an Kino- oder TV-Content auf der Vielzahl bestehenden Plattformen produzieren. Zudem würde das neue Unternehmen zukünftig stark in die Content-Produktion investieren. Ellison reagiert damit implizit auf Befürchtungen in der Branche über Job-Verluste und Sparmassnahmen.
Der wichtigste Punkt ist Ellison jedoch die Politik und hier die Führung des bereits bei Paramount angesiedelten Nachrichtenkanals CBS News, sowie von CNN nach dem Merger: Er sei parteipolitisch nicht gebunden, habe für Persönlichkeiten beider Parteien gestimmt. Vor allem aber betont Ellison, dass er auf einen unabhängigen Journalismus nach bewährten Traditionen hält. Er werde sich aus der Führung der Sender und deren Inhalten strikt heraus halten. Nur durch eine solche Unabhängigkeit könnten die Kanäle – und Nachrichtenmedien insgesamt – einen seit Jahren währenden Vertrauensverlust stoppen und umkehren.
Der Beitrag ist bemerkenswert als Versuch einer der mächtigsten Persönlichkeiten der amerikanischen Medienbranche, Herausforderungen öffentlich zu diskutieren. Gleichzeitig bleiben die Kontroversen, Kündigungen und Entlassungen bei CBS News in Erinnerung, seit Ellison im letzten Jahr die konservative Meinungsmacherin – und TV-Novizin – Bari Weiss als Chefredakteurin eingesetzt hat.
Prominente Mitarbeiter wie Scott Pelley haben Weiss Inkompetenz und politisch motivierte Interventionen noch kurz vor der Ausstrahlung von Beiträgen vorgeworfen, die gegenüber der Trump-Regierung kritisch gewesen seien. Darauf geht Ellison nicht ein (Link).