Israels Streitkräfte gehen eigenen Angaben zufolge gegen radikale israelische Siedler im Westjordanland vor, die seit Tagen die palästinensischen Bewohner eines abgelegenen Hauses bedrängt haben sollen.
Berichten zufolge blockierten die Siedler die Zugänge zu dem Haus in dem Dorf Kusra etwa mit grossen Steinen, die Palästinenser waren demnach dort eingeschlossen.
Israelische Medien berichteten am Morgen von Zusammenstössen zwischen Siedlern und Sicherheitskräften. Das israelische Militär teilte mit, die Grenzpolizei habe ein Zelt der Siedler in der Nähe des Hauses geräumt und bemühe sich darum, die Siedler aus dem Gebiet abzudrängen. Die betroffenen Palästinenser sagten laut Medienberichten kürzlich, sie wollten ihr Haus trotz der Belästigungen nicht verlassen. Berichten zufolge sind auch zwei Kinder im Alter von vier und zehn Jahren Teil der Familie.
Israelischen Medien zufolge kamen zuletzt mehrere israelische Soldaten zu dem Aussenposten der Siedler in Kusra. Allerdings beteten sie lediglich mit den Siedlern und liessen sie sonst gewähren. Israels Streitkräfte kündigten nun disziplinarische Massnahmen gegen diese Soldaten an.
Bereits im vergangenen Monat kam es Berichten der "Times of Israel" und der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa zufolge in einem nahegelegenen Dorf zu einem ähnlichen Vorfall. Dort habe die Familie ihr Haus verlassen, nachdem Siedler sie wochenlang bedrängt hatten. Inzwischen halten sich demnach die Siedler in dem Haus der Palästinenser auf.
In den vergangenen Jahren haben Gewalttaten israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland zugenommen. Dem israelischen Militär wird immer wieder vorgeworfen, es gehe nicht entschlossen genug gegen solche Angriffe vor. Es gibt kaum Berichte darüber, dass Siedler nach Attacken zur Rechenschaft gezogen werden.