Teheran 12. Aug 2026

Iran beruft AMIA-Verdächtigen in höchsten Sicherheitsrat

Der iranische Aussenminister Abbas Araghchi (zweiter von rechts) und der IRGC-Kommandeur General Mohsen Rezaei (links) stehen zusammen bei einer Zeremonie in Teheran Anfang Juli dieses Jahres.

Iran hat Mohsen Rezaei, einen international gesuchten Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA in Buenos Aires, zum Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats ernannt.   

Damit erhält der frühere Kommandeur der Revolutionsgarden eine der einflussreichsten sicherheitspolitischen Positionen des Landes. 
Rezaei wird von der argentinischen Justiz seit Jahren wegen seiner mutmasslichen Beteiligung an der Planung des Anschlags vom 18. Juli 1994 gesucht. Bei dem Attentat auf die Asociación Mutual Israelita Argentina (AMIA) wurden 85 Menschen getötet und Hunderte verletzt. Argentinische Ermittler machen hochrangige Vertreter des iranischen Regimes und die libanesische Hisbollah für den Anschlag verantwortlich. Rezaei weist die Vorwürfe zurück.
Der 71-Jährige führte die iranischen Revolutionsgarden während des Iran-Irak-Krieges und gehörte danach über Jahrzehnte zur politischen und militärischen Führung der Islamischen Republik. Präsident Masoud Pezeshkian ernannte ihn nun zum Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats; zugleich wurde Rezaei zum Vertreter des Obersten Führers im Rat bestimmt. 
Die Ernennung ist auch deshalb bemerkenswert, weil damit erneut ein wegen des AMIA-Anschlags Beschuldigter eine herausgehobene Position im iranischen Sicherheitsapparat erhält. Argentinien bemüht sich seit Jahrzehnten um die strafrechtliche Verfolgung der mutmasslich Verantwortlichen. Der Anschlag von 1994 gilt als schwerster antisemitischer Terroranschlag in der Geschichte Lateinamerikas. 

Redaktion