Gala-Dinner mit CNN-Veteran Wolf Blitzer.
Die von Steven Spielberg gegründete USC Shoah Foundation hat jüngst mit dem Goldrich Family Center eine Niederlassung in der amerikanischen Hauptstadt eröffnet. An der Gala nahm auch der CNN-Moderator Wolf Blitzer als Nachkomme von Holocaust-Überlebenden teil. Der Stiftungsgeschäftsführer Robert Williams erklärte an der Veranstaltung, die amerikanisch-jüdische Gemeinschaft sei während eines Grossteils ihrer Geschichte «von den Prüfungen und Nöten des Lebens in Europa verschont geblieben». Doch dies sei aufgrund des weltweiten Anstieges des Antisemitismus «heute nicht mehr der Fall».
In diesem Zusammenhang sei die Bedeutung der Sammlung von Zeitzeugen-Berichten bei der Shoah Foundation umso bedeutsamer. Das Goldrich Family Center könne Kontakte zu Partnern im US-Kongress, der Bundesregierung und ausländische Diplomaten besser nutzen als je zuvor. Melinda Goldrich ist Vorsitzende der Shoah Foundation. Der Standort in Washington ist nach ihrer Familie und ihrem Vater Jona Goldrich, einem Holocaust-Überlebenden, benannt.
Williams sieht die Einrichtung des Büros als Teil einer umfassenderen Initiative zur Erweiterung ihrer Sammlung «in beispiellosem Tempo». Diese 60'000 Zeitzeugenberichte sollen bald online öffentlich zugänglich sein. Bereits 2024 hatte die Stiftung eine entsprechende Vereinbarung mit der Nationalbibliothek Israels getroffen. Die Stiftung hat nach dem 7. Oktober umgehend mit der Sammlung von Zeugenaussagen begonnen.
Laut Williams will die Shoah Foundation Menschen dazu befähigen, «Antisemitismus die Stirn zu bieten». Sowohl Bürger als auch Führungskräfte sollen bestärkt werden, sich öffentlich gegen Antisemitismus auszusprechen. Bildungsarbeit zum Thema Antisemitismus dürfe «nicht auf das Klassenzimmer beschränkt bleiben. Sie muss sich auch auf Institutionen erstrecken, die Beamte, politische Führungskräfte, Journalisten und all jene ausbilden, die für die Wahrung unserer demokratischen Errungenschaften verantwortlich sind.»
Blitzer sprach mit Williams auf einer Bühne über seine journalistische Laufbahn und die Geschichte seiner Familie – alle vier seiner Grosseltern sind im Holocaust ermordet worden, und seine Eltern überlebten Konzentrationslager. Er schilderte die emotionalen Eindrücke seines Besuchs in Auschwitz-Birkenau im Rahmen des March of the Living im Jahr 2025 und liess das Publikum wissen, seine Entscheidung, Journalist zu werden, habe seinen Vater ungemein stolz gemacht: «Er sagte, seine grösste Rache an Hitler sei es gewesen, zu sehen, wie sein Sohn bei CNN Nachrichten berichtete» (Link).