USA 24. Okt 2026

Schwere Vorwürfe gegen Jared Kushner

Vordergründig Politik - im Hintergrund soll Jared Kushner Gelder erhalten.

Handy angeblich von Russen gehackt, Hunderte Millionen Dollar von VAE, geheime Kooperation mit Netanyahu.

Donnerstagabend hat Jared Kushner auf Social Media kurz zuvor in «Vanity Fair» erhobene Vorwürfe scharf als «Erfindung» und «wahnwitzig» zurückgewiesen. Dem Magazin-Bericht zufolge soll der niederländische Geheimdienst ab 2017 – also seit Beginn der ersten Trump-Präsidentschaft und Kushners Tätigkeit als enger Berater im Weissen Haus – zuerst entdeckt haben, dass russische Spione das Handy Kushners gehackt hatten und dann ebenfalls Einblicke in Kushners Aktivitäten gewonnen haben. Dabei sahen die Niederländer angeblich geheime Transaktionen über Hunderte Millionen Dollar von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) an Kushner (Link). 

Der Bericht stammt von dem Reporter Matthew Cole und basiert auf dessen demnächst erscheinenden Buch «Princes and Thieves: Jared Kushner and Mohamed bin Zayed’s Secret Plot to Remake the Middle East» (https://www.simonandschuster.com/books/Princes-and-Thieves/Matthew-Cole…). Demnach hatte Kushner Zugriff auf ein Konto mit Bezug zu den VAE, das Hunderte Millionen Dollar von einer Bank in Aserbaidschan erhalten hatte. Zunächst wurden angeblich rund 750 Millionen Dollar auf ein Konto der «Watani Al Emarat Foundation» bei der First Abu Dhabi Bank überwiesen, eine von der VAE-Regierung finanzierte Stiftung. Kushner soll zeichnungsberechtigt für dieses Konto gewesen sein, was ihm den Zugriff ermöglichte; er war jedoch laut Bericht nicht dessen Eigentümer. Laut Cole hat der Herrscher der VAE, Mohamed bin Zayed Al Nahyan, die Stiftung und das Konto zur Finanzierung militärischer und nachrichtendienstlichen Operationen der VAE im Ausland benutzt.

Cole behauptet weiter, bin Zayed habe den Transfer von rund einer Milliarde Dollar auf ein Konto in Israel arrangiert, das für Kushners persönlich bestimmt gewesen sei. Der israelische Premier Binyamin Netanyahu habe Kushner dazu ermutigt, das Geld in Israel deponieren zu lassen. Netanyahu ist seit Kushners Jugendzeit mit ihm und dessen Familie bekannt Dem Bericht zufolge kommunizierte Kushner mit Netanyahu über diese Transaktionen über den damaligen US-Botschafter in Israel, David Friedman. Friedman bestreitet diese Behauptungen nun energisch.

Kushner verweist darauf, dass in dem Bericht jegliche Belege – wie Kontoauszüge, Überweisungsunterlagen, Kontonummern oder Transaktionsdaten – fehlten. Zudem seien gegen ihn wiederholt Untersuchungen durch den Kongress sowie einen Sonderermittler angestrengt worden, die keinerlei Vergehen zutage gebracht hätten. Bei dem neuen Bericht handele es sich «um ungeheuerliche Erfindungen, die als investigativer Journalismus ausgegeben werden – eine Mischung aus Fantasie, Fiktion und parteiischer Stimmungsmache» (Link).


 

Andreas Mink