Zoom-Vortrag am Leo Baeck Institute London mit deutschem Historiker.
Heute Donnerstag lädt das Leo Baeck Institute London um 17:30 britischer Zeit zu einem auch über Zoom erreichbaren Vortag des jungen Historikers Alexander Walther zu «Jüdisches Holocaust-Gedenken und ostdeutscher Antifaschismus». Derzeit am Deutsches Historischen Institut London tätig, geht Walther Fragen nach wie:
—Welche Rolle spielten jüdische Überlebende in der Deutschen Demokratischen Republik im kulturellen Diskurs über den Holocaust und den Nationalsozialismus?
—Wie liessen sich jüdische Verfolgungserfahrungen und antifaschistische Überzeugungen angesichts der historischen Gegebenheiten, der politischen Rahmenbedingungen und staatlich verordneter Gedenkpraktiken verhandeln und artikulieren?
Der Vortrag basiert auf persönlichen Dokumenten sowie Werken von Autoren wie Arnold Zweig und des lange wenig beachteten Historikers Helmut Eschwege und beleuchtet die Motivationen und Handlungsspielräume jüdischer – und teilweise auch nichtjüdischer – Akteure. Dabei wird das Spannungsfeld zwischen eigenständigem Handeln, ausgehandelten Kompromissen und bisweilen schmerzhaften Zugeständnissen gegenüber dem Staat greifbar.
Walther wurde 2023 an der Universität Jena promoviert. Sein auf seiner Dissertation basierendes Buch «Die Shoah und die DDR. Akteure und Aushandlungen im Antifaschismus» erschien 2025 im Wallstein Verlag (Link).