«The Atlantic» macht private Kritik des Präsidentensohns an der Entscheidung zum Iran-Krieg öffentlich.
Im Präsidentschaftswahlkampf 2024 hatte Donald Trump Jr. energisch für die aussenpolitische Vision seines Vaters geworben: Der würde Amerika nach einer Rückkehr ins Weisse Haus ganz bestimmt aus einem weiteren Krieg in Nahost heraushalten. Zweieinhalb Jahre später ist die Vision geplatzt und die USA stecken dank Trump einmal mehr in einem Krieg in Vorderasien. Wie «The Atlantic» nun basierend auf anonyme Quellen aus dem Umfeld von Trump Jr. berichtet, ist der älteste Sohn des Präsidenten darüber ausgesprochen unglücklich.
Don Jr. soll privat wiederholt seine Ablehnung des laufenden Krieges gegen den Iran zum Ausdruck gebracht haben. Demnach hat er den gemeinsamen Waffengang mit Israel von Anfang an abgelehnt und hat dies auch seinem Vater gegenüber deutlich gemacht. Er habe Interventionen in Übersee schon lange skeptisch betrachtet. Don Jr. stand zudem dem im letzten September ermordeten konservativen Aktivisten Charlie Kirk nahe, der 2025 zunehmend laut gegen einen erneuten Krieg mit Iran agitiert hatte.
Öffentlich würde sich Don Jr. niemals von seinem Vater distanzieren, so der Bericht. Ein Sprecher wollte keine Stellung nehmen und das Weisse Haus liess den «Atlantic» lediglich wissen, der Iran sei «dezimiert worden, und so oder so wird der Konflikt dort sehr bald beendet sein». Dennoch macht der Bericht die zunehmend tiefen Differenzen im MAGA-Lager über die praktische Bedeutung der von Trump bei Isolationisten der Roosevelt-Ära (und dem Ku Klux Klan) entliehenen Parole «America First» deutlich.
Don Jr. steht damit seinem Freund J.D. Vance näher, der hinter verschlossenen Türen ebenfalls gegen den Krieg opponiert hatte. Vance hat es Anfang Woche auch öffentlich abgelehnt, nach Trumps Vorbild eine Wahlempfehlung für Binyamin Netanyahu auszusprechen (Link).