New York 05. Apr 2026

Schumer im Abwind

Senator Charles «Chuck» Schumer mit schwachen Umfragewerten.

Anhaltend schwache Umfragewerte für den Senator aus New York State.  

Seit 1999 vertritt Charles «Chuck» Schumer den Gliedstaat New York im US-Senat und seit 2017 führt der Demokrat die Fraktion seiner Partei in der oberen Kongress-Kammer. Politisch erfahren, moderat und ein standhafter Unterstützer Israels, genoss er lange auch landesweit gute Umfragewerte. Doch laut Erhebungen der Siena University hat seine Zustimmungsrate in New York über das letzte Halbjahr lediglich ein einziges Mal die 40-Prozent-Marke überschritten.

Schumer ist laut «Axios» geradezu besessen von seinen Umfragewerten in seiner Heimat. 2028 steht seine Wiederwahl an und in New York wird allgemein mit einer Gegenkandidatur der Kongress-Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez gerechnet.

Laut Siena ist die Zustimmungsrate des 75-Jährigen im März 38 Prozent gefallen. Einen Höchststand von 42 Prozent in der zweiten Trump-Ära hatte er im letzten September erreicht, ehe der Wert im November auf einen Tiefststand von 32 Prozent einbrach. Damals hatten die Demokraten im Senat ohne erkennbare Gegenleistungen der Republikaner für die Beendigung der sechswöchigen Haushaltssperre gestimmten und damit die Parteibasis zutiefst verärgert. Schumer hatte dabei eine merkwürdige Rolle gespielt und sich zwar gegen die Einigung zwischen moderaten Demokraten und den Republikanern ausgesprochen, aber diese nicht zu verhindern gesucht. Seine sinkende Beliebtheit dürfte neben Schumers Alter auf die wachsende Ablehnung Israels gerade bei jüngeren Linksliberalen, sowie zunehmende Wünsche nach aggressiveren Tönen gegen Trump und seine Partei zurückgehen.

Derweil ist Ocasio-Cortez seit Monaten auf einer nur als Wahlkampf-Tour verständlichen Serie von Visiten durch New York State unterwegs. Dazu zählten Bürgerversammlungen in Upstate New York im vergangenen Sommer und Auftritte bei lokalen und landesweiten «Fighting Oligarchy»-Events mit Bernie Sanders. Ocasio-Cortez wird auch als Präsidentschafts-Bewerberin 2028 gehandelt (Link).

Andreas Mink