Neuerliche Proteste um Attacken auf Israel als «gemeinsamen Feind».
Am Wochenende hat Francesca Albanese auf dem Al-Jazeera-Forum in Doha den Staat Israel laut Kritikern als «gemeinsamen Feind der Menschheit» bezeichnet. Die UN-Sonderberichterstatterin für Palästina bestreitet diese Interpretation ihrer Aussage jedoch. Sie hat erklärt: «Anstatt Israel zu stoppen, hat der Grossteil der Welt Israel bewaffnet, politische Vorwände geliefert, ihm Schutz gewährt und es wirtschaftlich und finanziell unterstützt». Sie fuhr fort: «Wir, die wir nicht über grosse Mengen an Finanzkapital, Algorithmen und Waffen verfügen, erkennen nun, dass wir als Menschheit einen gemeinsamen Feind haben.»
Die Aussage löste umgehend Proteste von Regierungen und jüdischen Organisationen aus. So verurteilte der französische Aussenminister Jean-Noël Barrot im Namen Frankreichs«die ungeheuerlichen und verwerflichen Bemerkungen von Francesca Albanese aufs Schärfste. Sie richten sich nicht gegen die israelische Regierung, deren Politik durchaus kritisiert werden kann, sondern gegen Israel als Volk und als Nation, was absolut inakzeptabel ist.» Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul schloss sich Rücktrittsforderungen auf X an: «Ich respektiere das System der unabhängigen UN-Berichterstatter. Frau Albanese hat jedoch in der Vergangenheit bereits wiederholt versagt. Ich verurteile ihre jüngsten Äusserungen über Israel. Sie ist in ihrer Position nicht mehr haltbar.»
Ronald Lauder bezeichnet Alabanese als «eine gefährliche Person, die ihre Position weiterhin missbraucht, um diskreditierte Verschwörungstheorien und spaltende, antisemitische Narrative zu verbreiten.» Der Präsident des Jüdischen Weltkongress will nach seinem Auftritt auf der Münchner Sicherheitskonferenz auch in den kommenden Tagen die Abberufung von Albanese fordern.
Albanese wies die Antisemitismus-Vorwürfe zurück und postete auf X, sie habe als Feind der Menschheit «DAS SYSTEM, das den Völkermord in Palästina ermöglicht hat, einschliesslich des Finanzkapitals, das ihn finanziert, der Algorithmen, die ihn verschleiern, und der Waffen, die ihn ermöglichen», ins Visier genommen, nicht jedoch Israel (Link).