Epstein-Affäre 15. Feb 2026

«Können wir die Massage jetzt buchen?»

Wasserman behauptet er habe nur «begrenzten Kontakt» zu Epstein und Maxwell gehabt und dies sei Jahre geschehen, bevor deren kriminelles Verhalten ans Licht gekommen sei.

Casey Wasserman veräussert seine Talent-Agentur in Hollywood.

Am Freitag hat Casey Wasserman den Verkauf der grossen, nach der Jahrtausendwende von ihm gegründeten Talent-Agentur in Hollwood bekannt gegeben. Die Wasserman Group hat 4000 Mitarbeiter und vertritt Tausende von Kulturschaffenden und Sportlern wie Coldplay, Ed Sheeran, Kendrick Lamar, Paige Bueckers, Brittney Griner und Yoshinobu Yamamoto. Wichtige Klienten wie Chappell Roan, der Country-Musiker Orville Peck und die Fussballspielerin Abby Wambach drängten auf seinen Rücktritt bei der Agentur..

Der 51-Jährige Enkel des legendären «Hollywood-Moguls» und Leiters der Talentagentur CA Lew Wasserman (1913-2002) will jedoch Vorsitzender des Organisations-Komitees für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles bleiben. 

Wassermans Name ist in den jüngst vom US-Ministerium publizierten Epstein-Akten aufgetaucht. Er gab dazu am Freitag in einer Rundmail an Angestellte bekannt: «Es tut mir zutiefst leid, dass meine persönlichen Fehler der Vergangenheit Ihnen so viel Unbehagen bereitet haben. Das ist Ihnen gegenüber nicht fair, und es ist auch nicht fair gegenüber den Klienten und Partnern, die wir so engagiert vertreten und die uns so sehr am Herzen liegen.» 

Die Mails stammen aus den Jahren 2002-2003, mehrere Jahre bevor Epstein erstmals verhaftet und wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt wurde. Wasserman war seinerzeit Ende 20, verheiratet, hatte kleine Kinder und schrieb 2003 an Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell: «Ich denke ständig an dich. Was muss ich tun, um dich in einem engen Lederoutfit zu sehen?» Einen Monat später teilte er Maxwell einen bevorstehenden Besuch in New York mit und fragte: «Können wir die Massage jetzt buchen?» Maxwell antwortete: «Es gibt da ein paar Stellen, die einen Mann anscheinend verrückt machen – ich könnte sie an dir ausprobieren und du sagst mir, ob sie funktionieren oder nicht.»

Im Jahr zuvor wurde Wasserman von ex-Präsident Bill Clinton zu einer zweiwöchigen humanitären Reise nach Afrika eingeladen. Sie flogen in Epsteins Flugzeug. Fotos aus dieser Zeit zeigen Wasserman mit Epstein und Maxwell. Am Freitag schrieb Wasserman, er habe nur «begrenzten Kontakt» zu Epstein und Maxwell gehabt und dies sei Jahre geschehen, bevor deren kriminelles Verhalten ans Licht gekommen sei. 

Die Verantwortlichen der Olympiade 2028 in Los Angeles erklärten diese Woche, Wasserman werde weiterhin den Vorsitz des Organisationskomitees der Sommerspiele führen. Etwaige Fehltritte in den alten Mails würden seine Absetzung nicht rechtfertigten. Ob dies so bleibt, ist laut der «New York Times» fraglich. 

Allerdings hatte Wasserman am Freitag kurz vor seiner Verkaufs-Erklärung an einer Sport-Konferenz in Inglewood, Kalifornien, teilgenommen und wurde dort neben seinem Freund Michael Rubin gesehen, der als Eigentümer des Sportartikel-Unternehmens «Fanatics» Lizenzpartner der Olympischen Spiele 2028 ist (Link).

Andreas Mink