USA – Nahost 24. Nov 2021

«Resistance» kündigt Vertreibung der Amerikaner aus Irak an

Schiitische Milizen setzen die Biden-Regierung unter Druck.

Wie das Nachrichten-Magazin «Newsweek» vermeldet, hat die «Iraqi Resistance Coordination Commission» als Dachorganisation schiitischer Milizen den USA am Wochenende ein Ultimatum gestellt. Die mit Iran alliierten Kämpfer erklären in dem «Newsweek» vorliegenden Dokument, der seit dem Sommer zwischen der Regierung in Baghdad und Washington laufende «strategische Dialog» über einen Rückzug amerikanischer Streitkräfte aus Irak ginge sehr schleppend voran. Statt Truppen und Basen abzubauen, würden die Amerikaner ihre «Besetzung» sogar noch ausweiten. 

Die «ehrenwerte Widerstands-Bewegung» sei daher bereit und willens, US-Streitkräfte am Beginn des neuen Jahres mit Waffengewalt aus Irak zu vertreiben. Laut dem Bericht eskalieren den Milizen nahestehende Parlamentarier auf Social Media ebenfalls Forderungen zu einem amerikanischen Abzug. Washington hatte nach der Beendigung des Irak-Feldzuges im Jahr 2011 ab 2014 erneut Streitkräfte in das Zweistromland gesandt, um ISIS zu bekämpfen. Das «Khalifat» wurde jedoch bereits vor vier Jahren zerschlagen. Dennoch sollen noch rund 5000 Amerikaner im Irak und dem Osten Syriens stehen.

Dieser zunehmende Druck seitens von Verbündeten Irans dürfte in Verbindung mit dem Gezerre um die Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens mit Iran stehen. Teheran könnte hier demonstrieren, dass die Amerikaner in Nahost auch verwundbar sind. Denn die US-Basen im Irak werden immer wieder Ziel von Attacken schiitischer Milizen (Link).

Andreas Mink