USA – Politik 27. Mai 2026

Pro-Trump und Kontra-Extremismus in Texas

Gemischte Ergebnisse bei Vorwahlen zum US-Kongress.  

Bei Vorwahlen für den US-Senat und eine Handvoll-Kongressmandate in Texas zeichnet sich bei Redaktionsschluss Dienstagnacht bei den Konservativen ein klarer Erfolg für Ken Paxton ab. Der mit Korruptionsaffären und Ehebruch belastete Hardliner dürfte sich damit gegen den amtierenden Senator John Cornyn durchsetzen. Paxton war bis 2025 Generalstaatsanwalt, wurde wegen Betrugs vorbestraft und schliesslich von der eigenen Parteimehrheit abgesetzt. 

Paxton ist ein rabiater Trump-Loyalist und gewann vor wenigen Tagen den Segen des Präsidenten. Damit könnte Trump jedoch einen anhin sicheren Sitz seiner Partei in Texas verspielen. Dort scharen sich die Demokraten um den Senatskandidaten James Talarico. Der 37-jährige Kongressabgeordnete ist moderat und politisiert als überzeugter Christ. Umfragen geben Talarico gute Chancen für einen Sieg über Paxton. Trumps Segen für Paxton löst bei der republikanischen Senatsfraktion erheblichen Unmut auf und könnte ihm das Regieren erschweren.

Stimmte die rechte Basis also loyal für Trump-Getreue, so boten die Demokraten – bei rund 50 Prozent der ausgezählten Stimmen – ein gegensätzliches Bild und gaben bei Kongress-Vorwahlen im 35. Bezirk rund um San Antonio dem dortigen Mandatsträger Johnny Garcia mit rund 60 zu 40 Prozent klar den Vorzug gegen die als Progressive politisierende Maureen Galindo. Die politische Novizin ist als Sextherapeutin tätig und fiel durch antisemitisch tönende Äusserungen auf. So hat Galindo gefordert, ein örtliches ICE-Internierungslager in ein «Gefängnis für amerikanische Zionisten» umzuwandeln. 

Bemerkenswert war hier, dass Galindo in den Tagen vor der Wahl massiv von einer dubiosen Wahl-Organisation (Super-PAC) namens «Lean Left» unterstützt wurde, der Analysten Verbindungen zur republikanischen Fraktionsführung im US-Kongress nachsagen. Lean Left hatte rund 900'000 Dollar in Werbung für Galindo investiert. 

Dahinter steckt ein zunehmend vertrautes Muster. Neue Super-PACs versuchen landesweit, polarisierende und extreme Demokraten in Vorwahlen zu unterstützen, die bei den allgemeinen Stimmgängen im November kaum Chancen gegen Republikaner hätten. Diese Rechnung scheint in Texas nicht aufzugehen (Link). Von daher dürfte diese Wahlnacht Erleichterung und Hoffnungen bei den Linksliberalen auslösen.

Andreas Mink