Rechte Influenzer amüsieren sich zu Kanye-Song; Nick Fuentes frustriert über den US-Präsidenten.
Ideologisches Standort-Signal per Musik-Wahl: ein virales Video zeigt Nazi-affine Internet-Persönlichkeiten wie Andrew und Tristan Tate, Nick Fuentes und Justin Waller in einem luxuriösen Partybus unterwegs zu einem Nachtclub, während lautstark «Heil Hitler» von Kanye West (Ye) zu hören ist. Das Machwerk wurde aufgrund seines antisemitischen Inhalts und der Verherrlichung von Adolf Hitler von Plattformen wie Spotify, YouTube und Amazon Music verbannt (Link).
Fuentes hat gleichwohl vergangene Woche an einem Podcast Differenzen mit Linken und Frustrationen mit Trump verdeutlicht. Im Gegensatz zu Linken sei ihm Trump bei der Deportation von Migranten und Einsätzen der Immigrations-Polizei ICE nicht brutal genug. Sein «Problem mit Trump» sei deshalb, dass dieser «nicht Hitler ist». Hauptthema der Sendung war indes ein neuerlicher, bis zum Wochenende drohender Militärschlag der USA gegen das iranische Regime.
Hier gibt es Überlappungen, allerdings über ideologische Extreme hinaus. Denn bei Umfragen verliert Israel quer durch die politische Landschaft vor allem bei Jüngeren an Unterstützung und die Grundlagen der langwährenden, amerikanisch-israelischen Partnerschaft scheinen erschüttert. Allerdings bleibt Fuentes mit seiner offenen Bewunderung für Hitler – der sei «verdammt cool» –, Holocaust-Leugnung und Judenhass doch ausserhalb des amerikanischen Mainstreams. Mit dem Podcast dürfte er zudem Vergleichen zwischen Trump und Hitler Auftrieb geben.
Trump hat sich jüngst an einem ausführlichen Interview mit der «New York Times» endlich zu den wachsenden Spannungen bei den Republikanern über den dort zunehmenden Judenhass geäussert: Parteiführer sollten Personen, die Antisemitismus propagieren, «unbedingt» verurteilen; er billige Antisemiten in der Partei nicht. Auf die Frage, ob er Fuentes verurteilen würde, behauptete Trump zunächst, diesen nicht zu kennen, gab dann aber zu, 2022 mit ihm und Kanye West in Mar-a-Lago gespeist zu haben. Er habe Fuentes aber «nicht gekannt».
Fuentes hat in seiner Sendung über einen Befehl Trump zu einem Angriff auf den Iran spekuliert und ihn als Instrument Israels diffamiert: «Israel führt uns an der Hand auf dem Weg zu einem unvermeidlichen Krieg.» Trump hat jedoch auch auf Ersuchen Netanyahus und des saudischen Kronprinzen Mohammad bin-Salman von neuen Attacken abgesehen (Link).