Minister Ben-Gvir will Waffenlizenzen für alle jüdischen Bewohner ausweiten.
Israels Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, will den Zugang zu privaten Schusswaffen in Jerusalem massiv erweitern. Wie die Zeitung «Haaretz» berichtet, sollen künftig Bewohner sämtlicher jüdischer Viertel der Stadt grundsätzlich für eine Waffenlizenz infrage kommen.
Nach Angaben weiterer Medien würden damit mehr als 300'000 Menschen in rund 41 jüdischen Stadtteilen allein aufgrund ihres Wohnorts berechtigt sein, eine Waffe zu beantragen. Ben-Gvir begründete den Schritt mit der Sicherheitslage während des anhaltenden Kriegs sowie mit Blick auf den Ramadan. „Gerade im Schatten des Krieges und während des Ramadan haben Jerusalems Bewohner ein Grundrecht, sich und ihre Familien zu verteidigen“, sagte der rechtsextreme Minister und rief die Betroffenen auf, entsprechende Anträge zu stellen. Die Entscheidung folgt auf eine Prüfung durch die Polizeiabteilung für Waffenlizenzen und erweitert frühere Regelungen, die bereits Bewohner einzelner jüdischer Randviertel wie Har Nof, Givat Shaul, Neve Yaakov oder Gilo einschlossen.
Kritiker warnen, die Maßnahme könne Spannungen weiter verschärfen; palästinensische Stimmen sprechen von einer zusätzlichen Eskalation in einer ohnehin angespannten Lage.