USA – Medien 04. Mär 2026

Paramount Skydance mit 79 Milliarden Dollar Netto-Schulden

Kassensturz nach der Fusion mit Warner Brothers Discovery.  

An einer Telefonkonferenz hat David Ellison am Montag gegenüber Wall Street-Analysten die finanzielle Dimension der Fusion seines Medienkonzerns Paramount Skydance mit Warner Brothers Discovery umrissen, die ihm nach einem monatelangen Tauziehen mit Netflix für rund 110 Milliarden Dollar Ende letzter Woche gelungen ist. Demnach wird der neue Konzern eine Nettoverschuldung von rund 79 Milliarden Dollar tragen. Ellison will keinesfalls Teile von Warner wie die Kabelsparte veräussern, um die Schulden abzutragen.

Er will die Streaming-Dienste beider Häuser, darunter Paramount+ und HBO Max, auf einer einzigen Plattform zusammenführen, die zusammen bereits über 200 Millionen Direktkunden in mehr als 100 Regionen bedienen. Dies gebe Paramount die nötige Grösse und Stärke für eine effektive Konkurrenz mit dem Branchenriesen Netflix.

Die Fusion soll Einsparungen von über sechs Milliarden Dollar bringen, wobei weniger an Personal gespart, sondern Vorteile an der Zusammenführung der Streaming-Technologieplattformen erzielt werden sollen. Das fusionierte Unternehmen verfügt über eine der umfangreichsten Sammlungen kommerziell bewährter Markenrechte der Branche mit Franchises wie «Game of Thrones», «Mission Impossible», «Harry Potter», «Top Gun», das DC-Universum und «SpongeBob Schwammkopf».

Paramount hat die Übernahme von Warner durch Kreditzusagen in Höhe von 54 Milliarden Dollar von der Bank of America, Citigroup und Apollo abgesichert. Dies umfasst 39 Milliarden Dollar an neuen Schulden und 15 Milliarden Dollar zur Refinanzierung der bestehenden Brückenfinanzierung von Warner. Das Unternehmen hatte Ende letzten Jahres Nettoschulden in Höhe von 29 Milliarden Dollar, während Paramount mit rund 10 Milliarden Dollar verschuldet war (Link).

Die Schuldenlast erscheint angesichts schwächelnder Einnahmen von Paramount als drückend. Das Haus verzeichnete im vierten Quartal einen Verlust und einen deutlich geringeren Gewinn im Jahr 2025. Grund dafür waren Abschreibungen im Zusammenhang mit Programmgestaltung und Restrukturierungskosten nach der Fusion mit Skydance Media, die das Ergebnis trotz leichter Verbesserungen im Cashflow belasteten. Im vierten Quartal (bis zum 31. Dezember) erzielte Paramount einen Umsatz von 7,32 Milliarden Dollar, ein Rückgang von sieben Prozent gegenüber 7,93 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Das operative Ergebnis sank auf 22 Millionen Dollar gegenüber 220 Millionen Dollar im vierten Quartal 2024.

Paramount verbuchte im vierten Quartal einen Nettoverlust aus fortgeführten Geschäftsbereichen von 70 Millionen Dollar, nach einem Nettogewinn von 423 Millionen Dollar im Vorjahr. Im Gesamtjahr verschlechterte sich die finanzielle Performance von Paramount deutlich. Der Umsatz belief sich 2025 auf 29 Milliarden Dollar, ein Rückgang um zwei Prozent gegenüber 2024. Das Unternehmen verzeichnete einen operativen Verlust von 35 Millionen Dollar, verglichen mit einem operativen Gewinn von 2,38 Milliarden Dollar im Vorjahr.

Andreas Mink