Rom 24. Nov 2022

Papst Franziskus empfängt Delegation des Jüdischen Weltkongress

Neue Initiative zur Stärkung jüdisch-katholischer Beziehungen.

Wie der Jüdische Weltkongress (WJC) mitteilt, hat eine Delegation des Dachverbandes unter Leitung von Präsident Ronald S. Lauder in Rome Papst Franziskus getroffen. Bei dieser Gelegenheit lancierte der WJC die Initiative «Kishreinu» (hebräisch für: unsere Verbindung), um jüdisch-katholische Beziehungen weltweit zu stärken. Das Motto dabei lautet: «In Anbetracht des uns gemeinsamen, religiösen Erbes wollen wird die Gegenwart als Herausforderung betrachten, die uns vereint und zu Zusammenarbeit anspornt.»

Der WJC-Delegation gehörten führende Persönlichkeiten jüdischer Gemeinden aus über 50 Ländern an. Sie wurden am Dienstag vom Papst empfangen. Dies war der erste formelle Anlass im Vatikan für jüdische Exponenten seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil 1965. Dabei wurden auch koschere Speisen serviert. Der Weltkongress hat in Rom ein Vorstandstreffen abgehalten.

Die Kishreinu-Initiative ist als jüdisches Gegenstück zu der Erklärung «Nostra Aetate» von 1965 gedacht und wurde von Ronald Lauder im Vatikan als «neue Stufe des Zusammenhaltes von Katholiken und Juden» bezeichnet. Als Vorsitzender des päpstlichen Rates zur Förderung christlicher Einigkeit erklärte Kardinal Kurt Koch, aus der gemeinsamen Tradition gehe eine geteilte Verantwortung für die Zusammenarbeit zum Wohle der Menschheit hervor. Es gelte, Antisemitismus, Anti-Katholizismus und sämtlichen Spielarten von Diskriminierung entgegen- und für Gerechtigkeit, Solidarität und Frieden einzutreten – dies in einer oftmals kalten und gnadenlosen Welt. 

Andreas Mink