USA – Erinnerung 22. Sep 2022

Omar Sharif Jr. wird «Spendensammler» am Holocaust Museum LA

Omar Sharif Jr.

Der Enkel des legendären Schauspielers stammt mütterlicherseits von einer Holocaust-Überlebenden ab.

Prominenter Neuzugang am Holocaust Museum LA: Omar Sharif Jr. wird «Chief Advancement Officer» an der 1961 von Überlebenden gegründeten und damit ältesten Institution ihrer Art in den USA. Der 38-Jährige wurde im kanadischen Montreal geboren, hat zeitweilig in Ägypten gelebt und war zunächst wie sein legendärer Grossvater Omar Sharif (1932-2015) Schauspieler, wechselte dann aber in den Non-for-Profit-Sektor und wurde als Outreach- und Spenden-Beauftragter am «Academy Museum of Motion Pictures» in Hollywood tätig. Dort hat er über fünf Jahre eine Kampagne zur Sammlung von knapp 400 Millionen Dollar geleitet. Sharif Jr. ist zudem als Aktivist der Schwulen-Bewegung bekannt und hat aus Protest gegen die repressive Politik Ägyptens nach dem «arabischen Frühling» das Land 2012 verlassen (Link).

Gegenüber «eJewishPhilanthropy» gab Sharif Einblick in seinen persönlichen Hintergrund und die neue Aufgabe. Seine Mutter Deborah ist jüdisch und Tochter von nach kanada eingewanderten Holocaust-Überlebenden. Vater Tarek Sharif ist der einzige Nachkomme von Omar Sharif mit dessen Gemahlin Fatem Hamama (1931-2015), die ebenfalls ein Star des ägyptischen Kinos war. Sharif war syrisch-libanesischer Herkunft, wurde als Michel Dimitri Chalhoub geboren und gehörte zunächst der melkitischen, griechisch-katholischen Religion an. Er trat für die Ehe mit Hamama zum Islam über und wechselte den Namen. Sein Enkel sagt dazu: «Meine Familie hatte diese zwei Seiten und wir haben uns zu den jeweiligen Festen versammelt – bei der Mutter zu Passover und der Grossmutter in Ägypten zu Ramadan.» Und da sein Grossvater katholisch aufgewachsen sei, «haben wir mit seinen Verwandten Weihnachten gefeiert.» 

Omar Sharif Jr. wird die Kampagne zur Expansion des Holocaust Museums leiten, die 48 Millionen Dollar einbringen soll. Er betrachtet die Erziehung über den Holocaust als Aufgabe von hoher, aktueller Relevanz: «Damit können wir angesichts zunehmender Hassverbrechen junge Leute zu gesellschaftlichen Aktivitäten motivieren» (Link).

Andreas Mink