Affäre um den republikanischen Redenschreiber Nate Hochman.
Nate Hochman bezeichnet sich selbst als «ethnischen Juden». Damit weisst der 27-Jährige Vorwürfe zurück, im Juli 2023 als Redenschreiber von Gouverneur Ron DeSantis aus Florida bewusst Nazi-Symbole verbreitet zu haben. Hochman teilte damals auf X ein Video mit einem Sonnenrad, einem Nazi-Symbol, das in jüngerer Zeit auch von amerikanischen Rechtsextremisten benutzt wird. Das Video zeigt eine beliebte Meme-Figur, die kritische Schlagzeilen über Trump vorliest, im Kontrast zu positiven Nachrichten über DeSantis etwa zu dessen aggressiveren Vorgehen gegen Migranten und die «Woke-Ideologie». Der Clip endet mit einem Bild von DeSantis und darüber erscheint ein Sonnenrad, gerahmt von marschierenden Soldaten (Link).
Der Clip produzierte einen Aufschrei und Hochman verlor seinen Job. Doch dies tat seiner Karriere bei Konservativen keinen Abbruch. Bald darauf produzierte er laut der «New York Times» Videos für «America 2100», eine rechtsgerichtete Lobbyorganisation mit Verbindungen zu Aussenminister Marco Rubio. Anschliessend arbeitete er für einen republikanischen Senator im US-Kongress. Zuletzt hat Hochman eine Position als stellvertretender Leiter des Planungsbüros, Berater und Redenschreiber von Rubio im Aussenministerium übernommen. Ein Sprecher erklärte dazu: «Nate Hochman ist ein vertrauenswürdiges und wichtiges Mitglied des Ministeriums, das sich unermüdlich für die Umsetzung der aussenpolitischen Agenda des Präsidenten eingesetzt hat.»
Hochmans Werdegang ist im heutigen Washington laut der «Times» keineswegs einzigartig. Etliche Figuren mit engen Kontakten zu Rechtsextremisten hätten in der Regierung Jobs gefunden, darunter Paul Ingrassia. Dieser hatte in einem Chat «eine Nazi-Neigung» eingestanden und wurde dennoch von Trump zum stellvertretenden Generalberater der Verwaltungs-Behörde General Services Administration berufen.
Hochmans Karriere begann nach seinem Abschluss am Colorado College im Jahr 2021. Er avancierte schnell zum Autor bei der «National Review», arbeitete als Mitarbeiter am konservativen Claremont Institute und schrieb Beiträge für die Meinungsseiten der Times. Dann rühmte er in einer Online-Diskussion den Einfluss des Holocaust-Leugners und Hitler-Fans Nick Fuentes auf junge Männer. Wenig später heuerte ihn das Kommunikationsteam von DeSantis an.
Laut dem Bericht hat Hochman auf X zahlreiche Beiträge von Rubio sowie vom offiziellen Account des Aussenministeriums an rund 70.000 Follower weiterverbreitet, darunter Behauptungen, Kuba unterhalte Verbindungen zum Linksextremismus. Hochmans Profil auf der Social-Media-Plattform gibt keinen Aufschluss über seine Tätigkeit in der Behörde (Link).