Der Milliardär verweigert förmliche Befragung zu langjährigen Beziehungen mit Jeffrey Epstein.
Im Gegensatz etwa zu Bill und Hillary Clinton, die im Frühjahr Vorladungen zu einer Befragung im US-Repräsentantenhaus zu ihren Beziehungen mit Jeffrey Epstein letztlich nachkamen, verweigert Leon Black einen derartigen Auftritt. Der milliardenschwere Investor hat zum langen Feiertags-Wochenende einen Konflikt mit dem zuständigen Kongressausschuss verschärft, indem er eine für Donnerstag angesetzte Befragung verweigert hat.
Stattdessen ficht Black zwei Vorladungen aus dem Juni nun vor einem Bundesgericht in Washington mit einer Klage an. Darin werden die Vorladungen als «ungültig» bezeichnet. Zudem überschreite der Ausschuss seine Befugnisse mit der Einforderung von Informationen über Geheimhaltungs-Vereinbarungen Blacks mit Frauen, die im Zusammenhang mit Epstein schwere Vorwürfe bis hin zu sadistischen Sexual-Misshandlungen gegen ihn erhoben hatten.
Laut der Klageschrift hatten namentlich nicht genannte Frauen sowie andere Personen, mit denen Black Vereinbarungen getroffen habe (oder getroffen haben könnte), «auf Vertraulichkeit bestanden» und wollten angeblich «nicht mit dem Epstein-Skandal in Verbindung gebracht werden».
Der Aufsichtsausschuss hatte die Vorladungen erlassen, nachdem Black im Juni eine Befragung zu den Geheimhaltungs-Vereinbarungen verweigert hatte. Die anschliessenden Vorladungen verpflichteten Black zur Herausgabe der besagten Vereinbarungen sowie zu einer Aussage zu Epstein unter Eid am Donnerstag.
Laut der «New York Times» geht damit erstmals eine Person im Rahmen der Epstein-Untersuchung im Kongress vor ein Bundesgericht, um die Befugnisse des Gremiums anzufechten. Offen bleibt momentan, ob der von dem Republikaner James Comer geführte Ausschuss nun mit einer Missachtungs-Klage eskaliert. Comer hat dazu bereits Absichten signalisiert.
Der Abgeordnete Robert Garcia aus Kalifornien sprach sich als ranghöchster Demokrat am Ausschuss für die Einleitung eines Missachtungs-Verfahrens gegen Black aus. Garcia bezeichnete die Klage von Black als «lächerlich» und warf dem 75-Jährigen vor, «den Prozess der Informationsbeschaffung zu verzögern.»
Laut Regierungsdokumenten hat Black insgesamt Zahlungen in Höhe von 170 Millionen Dollar an Epstein geleistet, angeblich für «herkömmliche Dienstleistungen in den Bereichen Steuer- und Nachlassplanung» (im Zeitraum von 2013 bis 2017). Zudem hat Black dem 2019 anscheinend durch Selbstmord verstorbenenSexualverbrecher ein Darlehen in Höhe von 30 Millionen Dollar gewährt.
Black hat wiederholt erklärt, er habe nichts von dem jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch von Teenagerinnen und jungen Frauen durch Epstein gewusst. Aber die Veröffentlichung von Millionen Seiten an E-Mails und Dokumenten im Zusammenhang mit Epstein durch das Justizministerium brachten Anfang Jahr neue Erkenntnisse auch über Black ans Licht. Epstein hat ihn demnach im Umgang mit Problemen infolge von sexuellen Affären mit mehreren Frauen beraten. Zudem hat Black anscheinend 20 Millionen Dollar an ein Dutzend Frauen bezahlt, die Missbrauchsvorwürfe gegen ihn erhoben hatten (Link).