Jerusalem 12. Mai 2026

Mossad-Chef warnt Gericht vor Netanyahus Kandidaten

Mossad-Chef David Barnea (rechts) mit Ministerpräsident Netanyahu und Roman Gofman (links) bei einer Kabinettssitzung.  

Der scheidende Mossad-Direktor David Barnea hat sich in einem Schreiben an Israels Oberstes Gericht gegen die Ernennung von Roman Gofman zum neuen Chef des Auslandsgeheimdienstes ausgesprochen.

Barnea warnt laut Medienberichten davor, Gofman trotz früherer Verstösse gegen militärische Vorschriften an die Spitze des Mossad zu setzen. 
Im Zentrum der Kritik steht ein Vorfall aus dem Jahr 2022, als Gofman als Divisionskommandant einen damals 17-jährigen Israeli für eine hebräisch-arabische Einflusskampagne gegen Iran, Hamas und die Hisbollah einsetzte. Der Jugendliche wurde später wegen des Umgangs mit vertraulichen Informationen verhaftet. Barnea erklärte laut Channel-13-Berichten vor dem zuständigen Berufungsgremium, bereits eine formelle Rüge müsse für eine Beförderung zum Mossad-Chef disqualifizieren. 
Auch Israels Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara lehnt die Ernennung ab. In ihrer Eingabe an das Höchstgericht bezeichnete sie die Entscheidung als «extrem und offensichtlich unangemessen». 
Premierminister Benjamin Netanyahu verteidigte seinen Kandidaten hingegen scharf. Er erklärte, allein der Regierungschef entscheide über die Besetzung der Mossad-Spitze, und deutete an, die Opposition gegen Gofman sei politisch motiviert. Gofman sei ein «mutiger Kämpfer» und gehöre zu den angesehensten Kommandanten der israelischen Armee. 
Die Auseinandersetzung gilt in Israel als weiterer Konflikt zwischen der Regierung Netanyahu und Teilen des Sicherheits- und Justizestablishments. Roman Gofman, bisher Militärsekretär des Premiers, soll David Barnea im Juni an der Spitze des Mossad ablösen. 

Redaktion