USA-Nahost 14. Jan 2020

Morde in Pensacola waren ein Terror-Akt

Fotos des iPhones des Attentäters werden den Medien gezeigt.

William Barr gab einen FBI-Report über die Hintergründe der Bluttat eines saudischen Offizier an der Luftwaffenbasis in Florida am 6. Dezember bekannt.

Entgegen ersten Meldungen werden nicht ein Dutzend, sondern 21 Angehörige der saudiarabischen Streitkräfte die USA verlassen. Dies hat US-Justizminister William Barr am gestrigen Montag in Washington bekannt gegeben. Barr stellte das Ergebnis einer umfassenden Untersuchung vor, die das FBI nach dem Massaker des saudischen Luftwaffen-Leutnants Mohammed Al-Shamrani an der Naval Air Station in Pensacola, Florida, unternommen hat. Der 21-Jährige hatte dort am 6. Dezember drei Militär-Angehörige aus den USA erschossen und acht weitere verletzt. Er kam selbst bei der Tat um.

Barr hat die Morde nun als «Terror-Akt» eingestuft. Al-Shamrani habe unter dem Einfluss islamistischer Prediger gestanden, aber als Einzelgänger gehandelt. Laut der «Washington Post» ermitteln Sicherheitsbehörden jedoch weiterhin, ob Al-Shamrani Hintermänner in Saudi Arabien hatte.

Der Leutnant der saudischen Luftwaffe hat sich die Tatwaffe – eine automatische Pistole – aufgrund der laxen Waffengesetze in Florida frei im Handel beschafft. An 9-11 hatte er auf Social Media verkündet: «Der Countdown beginnt». Dem FBI-Report zufolge besuchte Al-Shamrani anschliessend Ende November die 9-11 Gedenkstätte an Ground Zero. Bekanntlich waren 15 der 21 Attentäter Saudis. Bei seinem Amoklauf schoss Al-Shamrani auch auf Bilder von Präsident Donald Trump und brüllte antiamerikanische Parolen, so Barr.

Das FBI stellte zwei iPhones bei Al-Shamrani fest. Barr forderte Apple nun öffentlich auf, die Handys für eine Untersuchung freizuschalten. Der Konzern lehnt dies bislang ab, erklärt aber, bereits wesentliche Daten aus den Telefonen an das FBI übergeben zu haben.

17 der des Landes verwiesenen Saudis haben über Social Media radikale, islamistische und Amerika-feindliche Inhalte verbreitet. Bei 15 anderen stellte das FBI teilweise auch Kinderpornographie auf Computern oder Handys fest. Zwölf der Betroffenen sind oder waren an der Luftwaffenbasis in Pensacola, Florida, stationiert (Link). 

Andreas Mink