Fussball-Weltmeisterschaft 27. Mai 2026

Mexiko heisst iranisches Team willkommen

Verlegung des Trainingslagers aus Arizona nach Tijuana. Schleppender Kartenverkauf.  

Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum hat am Montag die Unterbringung der iranischen Nationalelf in Tijuana südlich der Grenze zu Kalifornien bekannt gemacht. Hintergrund sind Spannungen im Zusammenhang mit der von den USA und Israel am 28. Februar begonnen «Militär-Operation» gegen die Islamische Republik.

Deren Elf sollte zunächst in Tucson, Arizona, untergebracht werden. Der FIFA World Cup wird vom 11. Juni bis zum Finale am 19. Juli in Mexiko, den USA und Kanada abgehalten. 

Die iranische Elf soll am 15. Juni in Inglewood, Kalifornien, gegen Neuseeland antreten und sechs Tage später gegen Belgien spielen, bevor sie am 26. Juni in Seattle auf Ägypten trifft.

Sheinbaum erklärte auf einer Pressekonferenz, ein FIFA-Vertreter habe ihr gegenüber durchblicken lassen, dass die USA zögerten, dem iranischen Team den Aufenthalt ausserhalb der Spielzeiten zu gestatten. Sie sei dann gefragt worden: «Können sie in Mexiko übernachten?» Sheinbaum gab zurück: «Ja, kein Problem. Wir haben damit keinerlei Schwierigkeiten.»

Der iranische Fussball-Verband hat die Umquartierung bereits am Wochenende bekannt gemacht. Das US-Aussenministerium erklärte derweil, Trump habe unmissverständlich klargestellt, dass die Teilnahme der iranischen Mannschaft am Turnier willkommen sei. Das Ministerium ging indes anhin weder auf die Umquartierung, noch auf Sheinbaums Äusserungen ein (Link).

Bemerkenswert ist zudem, dass der Absatz von Tickets dank hoher Preise von über 380 Dollar je Spiel und schleppend verläuft. Dabei kommt angeblich eine internationale Abneigung gegen Besuche in den USA hinzu. Laut Medienmeldungen sind die Besucherzahlen 2025 um vier Millionen oder 5,5 Prozent und damit erstmals seit Jahrzehnten deutlich eingebrochen. Besonders hoch ist der Rückgang bei Besuchern aus Kanada, was anscheinend auch auf den World Cup durchschlägt (Link).
 

Andreas Mink